Blickfänge im winterlichen Garten – Rinde Teil 1

| Autor: Lisa | Kategorie: Winter 

Der Einzug von Frost und Schnee lässt den Garten zur Ruhe kommen und mit ihm auch seine Gärtner. Wen es in der kalten Jahreszeit dennoch nach draußen zieht, auf den warten ein paar kleine Überraschungen. Immergrüne Gehölze und die zarten Blüten verschiedener Winterblüher sorgen für attraktive Blickfänge im winterlichen Garten. Besonders gut zur Geltung kommen jetzt auch die zierenden Baumrinden verschiedener Gehölze.

Die auffallende Rinde des Zimt-Ahorns ist eine wahre Zierde im winterlichen Garten.

Wenn das fehlende Laub den Blick frei gibt auf Äste und Stamm, kommen manch verborgene Schönheiten ans Licht. Besonders die auffallend gefärbten Rinden haben im Winter ihren großen Auftritt. Unter den Gehölzen lassen sich zwei Gruppen unterscheiden: Die einen brauchen Jahre oder gar Jahrzehnte, um zu voller Schönheit zu gelangen, die anderen sind eigentlich nur schön, wenn man sie alljährlich stark zurückschneidet. Denn nur ihre Jahrestriebe sind intensiv gefärbt.

In diesem Beitrag widmen wir uns einigen Bäumen aus der ersten Gruppe, zu denen beispielsweise die Birken zählen. Die schwarz-weiße Musterung der Rinde ist ein eindeutiges Erkennungsmerkmal und lässt selbst Kinder diesen Baum sicher erkennen. Von besonders strahlendem Weiß ist die Rinde der Weißen Himalaya-Birke (Betula utilis var. jacquemontii). Etwas bunter dagegen treibt es die Kupfer-Birke (Betula albosinensis) deren Rinde ein Farbspiel von weißlichem rosa bis kupfrigem orange zeigt. Im Gegensatz zur heimischen Sand-Birke (Betula pendula) sind diese beiden Arten schwachwüchsig, erreichen aber trotz allem eine Wuchshöhe von 10 bis 15 Metern.

Strahlt mit dem Schnee um die Wette: Das Weiß der Himalaya-Birke / Bild: shutterstock.com/juliasv

Auch unter den Zier-Kirschen gibt es zahlreiche Arten, die durch eine besonders attraktive Rinde auffallen. Diese ist in der Regel glänzend zimtrot bis goldbraun gefärbt und löst sich in papierdünnen Streifen waagrecht vom Stamm. Die Amur-Traubenkirsche (Prunus maackii) und die Mahagoni-Kirsche (Prunus serrula) sind zwei Arten, die hier besonders hervorstechen. Bei der Armur-Kirsche handelt es sich um einen Kleinbaum, der fünf bis zwölf Meter hoch wird und einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Garten bevorzugt, an dem sich die Hitze im Sommer nicht staut. Kleine weiße Blüten zieren Mitte Mai das Gehölz. Bereits ab Ende April blüht ebenfalls in weiß die Mahagoni-Kirsche. Der Großstrauch oder Kleinbaum wird fünf bis sieben Meter hoch und bevorzugt einen ähnlichen Standort wie die Amur-Traubenkirsche.

Wer eher einen kleinen Garten sein eigen nennt, für den ist der bis zu fünf Meter hoch werdende Zimt-Ahorn (Acer griseum) ein passendes Gehölz. Die Rinde schält sich ab den Sommermonaten in papierartigen Streifen von Stamm und Ästen, bleibt an diesen aber haften. Die zimt- bis mahagonifarbenen Rindenschuppen rollen sich so ein, dass sie Zimtstangen ähneln. Bei Sonnenschein kommt die Schmuckwirkung der Rinde besonders gut zur Geltung.

Attraktiver Blickfang: Die Rinde der Mahagoni-Kirsche löst sich waagerecht vom Stamm. / Bild: shutterstock.com/Eag1eEyes

Als Borke wird der äußere, oft schuppige Teil der Rinde bezeichnet, der aus abgestorbenen Korkzellen besteht. Mit zunehmendem Alter der Bäume werden die Korkschichten immer dicker und zerreißen in Platten oder Längsstreifen. Die Borke von Birken, Kirschbäumen und Zimt-Ahorn löst sich ring- oder streifenartig ab und wird daher als Ringelborke bezeichnet. Bei der Gewöhnlichen Platane (Platanus x hispanica) finden wir eine sogenannte Plattenborke vor, die aus mehreren größeren Platten zusammengesetzt ist und an Puzzleteile erinnernd abblättert. Besonders im Winter fällt dann die gelbe, grüne und braune Musterung auf den Stämmen auf.

Die sich ablösende Plattenborke der Platane erinnert optisch an Puzzleteile.

Begleiten Sie uns auch auf den zweiten Teil unserer Reise, wenn die Sträucher ihre Rinde in der kalten Jahreszeit in den Vordergrund rücken und es so einiges zu entdecken gibt.

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