Blühendes Gemüse im Beet

| Autor: Lisa | Kategorie: Frühling  Sommer 

Frisches Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt einfach wunderbar. Deshalb stehen regelmäßig Wurzel- und Blattgemüse, aber auch die Blütenknospen oder Blüten verschiedener Gemüsearten auf unserem Speiseplan. Brokkoli, Blumenkohl und Artischocke sind typische Pflanzen, deren Blüten wir gerne in der Küche verwenden. Manchmal kommen im Gemüsegarten aber auch Pflanzen zum Blühen, von denen wir es gar nicht erwartet hätten.

Dies kommt besonders bei Wurzel- und Blattgemüse vor, wenn wir die Pflanzen über den Winter im Garten stehen lassen und nicht wie sonst üblich schon längst verzehrt haben. Denn viele Gemüsepflanzen sind zweijährig. Im Jahr der Aussaat bildet die Pflanze nur vegetative Organe, das heißt Wurzel, Spross und Blätter. Erst im zweiten Jahr, wenn die Pflanze im Winter eine Kälteperiode erlebt hat, bildet sie auch generative Pflanzenorgane, also die Blüte aus, um anschließend Samen bilden zu können.

Grünkohl im gelben Blütenkleid

Im Küchengarten der Insel Mainau wurden einige dieser Vertreter ganz bewusst im letzten Jahr nicht geerntet, sondern sind über Winter stehen geblieben. Die leuchtend gelben Blüten des Grünkohls (Brassica oleracea var. sabellica) stachen Anfang Mai besonders hervor. Grünkohl ist ein ausgesprochenes Wintergemüse, denn erst mit dem ersten Frost bauen sich die Bitterstoffe in den Blättern ab und werden bekömmlich. Die gute Kältetoleranz des gesunden Kohlgewächses sorgt zudem, je nach Sorte mit ihren grünen oder roten Blättern, für einen absoluten Blickfang im winterlichen Garten. Bis Ende Juni kann Grünkohl noch gesät werden. Empfehlenswert sind die Sorten ˈHoher Roter Krauserˈ und ˈOstfriesische Palmeˈ sowie die rotblättrigen Sorten ˈToskanischer Palmkohlˈ und ˈRedborˈ.

Die rötlichen Blätter des Grünkohls ˈRedborˈ bilden einen tollem Kontrast zu den unzähligen gelben Blüten.

Filigraner Insektenmagnet

Karotten und Kartoffeln haben die heimische Pastinake (Pastinaca sativa subsp. sativa var. sativa) größtenteils von unserer Speisekarte verdrängt. Erst in letzter Zeit ist das Wurzelgemüse wieder häufiger in den Gemüseregalen zu finden. Im Garten können Pastinaken zwischen März und Anfang Juni ausgesät werden. Empfehlenswert sind beispielsweise die Sorten ˈHalblange Weißeˈ oder ˈAromataˈ. Wer die Wurzeln erntet, sollte dies ab Spätherbst nur nach Bedarf tun, da sie an der Luft schnell an Wasser verlieren und zu schrumpeln beginnen. Solange der Boden nicht gefroren ist, kann die Ernte bis in den Winter fortgesetzt werden. Auch bei der Pastinake lohnt es sich einige Pflanzen über Winter stehen zu lassen. Im Sommer des zweiten Jahres zeigen sich zahlreiche gelbe Blütendolden, die dem einjährigen Dill nicht unähnlich sind. Wer die aromatisch schmeckenden Samen ausreifen lässt, kann damit Suppen, Soßen oder eingemachten Gurken einen würzigen Geschmack verleihen.

An den gelb blühenden Dolden der Pastinake erfreuen sich auch Bienen, Marienkäfer und Co.

Blühender Morgengruß

Frühaufsteher können sich an den blassvioletten Korbblüten der Haferwurzel (Tragopogon porrifolius) erfreuen. Denn die Blüten des mit der Schwarzwurzel verwandten Wurzelgemüses schließen sich im Laufe des Tages wieder. Ihren Namen verdankt die Haferwurzel nicht ihren grasartigen schmalen Blättern, sondern den wie Haferkörnern aussehenden Samen. Die geschmacklich zwischen Spargel und Schwarzwurzel liegenden 20-25 cm langen und 2,5 cm dicken Wurzeln können ab dem Spät-herbst geerntet und wie die beiden anderen Gemüsearten zubereitet werden. Wer die Haferwurzel nicht in den Kochtopf wirft, sondern im Garten belässt, kann sich ab Mai an den Blüten erfreuen.

Die Haferwurzel ist ein uraltes Wurzelgemüse mit attraktiver Blüte, die sich nur in den Morgenstunden
öffnen.

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