Die Wühlmaus als Schädling im Garten

| Autor: Andrea | Kategorie: Frühling  Sommer  Herbst  Winter 

Vielleicht haben Sie sich auch schon über angefressenes Wurzelgemüse, absterbende, junge Obstbäume und Gehölze und nicht austreibende Blumenzwiebel im Frühjahr in Ihrem Garten geärgert? Finden sich zusätzlich auch noch kleine, aufgeworfene Erdhügel neben Löchern im Erdreich, können Sie von einer Schädigung durch Wühlmäuse auszugehen. 

Die Wühlmaus – Die unterirdische Pflanzenvernichterin
Die Familie der Wühlmäuse umfasst etwa 150 Arten, in gärtnerischen Kulturen und im Hausgarten tritt meist die Große Wühlmaus (Arvicola terrestris), auch Scher­maus ge­nannt, auf. Sie weist eine Kopf-Rumpf -Länge von 12 bis 20 cm auf. Hinzu kommt der Schwanz, der halb so lang wie ihr Körper ist. Auffällig sind ihre vier kräftigen, gelben Nagezähne. Die Wühlmaus lebt, bis auf die Paarungszeit, alleine und legt zahlreiche Gänge im Boden an, die in der Regel in einer Tiefe von 5-30 cm (max. 1 m) zu finden sind. Sie ernährt sich überwiegend unterirdisch von Pflanzenwurzeln, die in die Gänge ragen und kommt selten zur Nahrungsaufnahme an die Oberfläche.

Häufig macht sich ein Wühlmaus-Schaden im Garten erst im Frühjahr bemerkbar. Junge Obstbäume und Sträucher treiben nicht mehr aus und lassen sich meist ohne viel Gegenwehr aus der Erde ziehen. Oder an Stellen, an denen im Herbst Blumenzwiebel gesetzt wurden und deren Blüte im Frühling freudig erwartet werden, ist nichts zu sehen. Aber auch zur Erntezeit im Gemüsebeet macht sich die Wühlmaus durch Ausfälle beim Wurzelgemüse, Kohl, Salat und den Kartoffeln bemerkbar.

Das niedliche Erscheinungsbild täuscht leider. Die Wühlmaus kann große Schäden im Garten verursachen. Bild: fotolia/Mario Hagen

Hohe Vermehrungsrate bei Wühlmäusen
Die Vermehrungsphase der Wühlmäuse findet von März bis September statt. Dabei wirft das Weibchen nach drei Wochen 2 bis 6 Junge. Bei ca. drei bis vier Würfen ergeben sich daraus bis zu 20 Jungmäuse im Jahr. Zusätzlich kann der erste Wurf im Herbst bereits selbst wieder für Nachwuchs sorgen. Die Jungmäuse verlassen nach 2 Wochen den Altbau und beginnen mit dem Bau eigener Gangsysteme. Neben der hohen Ver­mehrungsrate und der Gefräßigkeit der Wühlmaus, die bis zu 80 g Pflanzennahrung am Tag zu sich nimmt, führt die enorme Aktivität zu beträchtlichen Schäden. So hält die Wühlmaus keinen Winterschlaf und ist zudem tag- und nachtaktiv. Durch die Zurückdrängung natürlicher Feinde wie Greifvögel, Schleiereule, Hermelin und Wiesel und die Zerstörung derer Lebensräume,  kommt es zu einer starken Wühlmauspopulation.

Vorbeugende Maßnahmen und Bekämpfung der Wühlmaus
Unterstützende Maßnahmen bei der Bekämpfung können deshalb in ländlichen Gebieten Sitzstangen für Greifvögel und Steinhaufen als Unterschlupf für deren Feinde sein. Auch Hauskatzen können eine Hilfe sein. Pflege­maß­nahmen, wie das regelmäßige Rasenmähen und das Freihalten von Baum­scheiben, erschweren den Mäusen den Unterschlupf.

Bei einer Wühlmaus-Bedrohung sollte auf eine Mulchschicht in einer Pflanzung verzichtet oder diese nur sehr dünn ausgebracht werden, da sie einer Wühlmaus zusätzlich Unterschlupf bietet. Bei Neupflan­zungen von Bäumen, Sträuchern und Blumenzwiebeln sollten diese in Drahtkörbe mit einer Maschenbreite von  max. 13-15 mm ge­pflanzt werden.

Im Fachhandel werden für die Bekämpfung der Wühlmaus im Haus- und Kleingarten derzeit Vergrämungs­mittel, Giftköder und Fallen angeboten. Aus ökologischen Gründen und zum Schutz vor Kindern und Haustieren empfiehlt sich die Anwen­dung von Fallen. Wichtig ist, dass bei allen Bekämpfungsarbeiten Handschuhe getragen werden, da die Wühlmaus sehr empfindlich auf fremde Gerüche reagiert und die Fallen dann höchstwahrscheinlich nicht angenommen werden. Bei sachgerechter Anwendung wird die Falle innerhalb weniger Stunden, spätestens bis zum nächsten Tag zuschnappen.

Wühlmaus oder Maulwurf – woran Sie erkennen, wer da buddelt
Wühlmausgänge sind hochoval und enden in flacheren Haufen, in denen häufig Pflanzenreste zu finden sind. Maulwurfhügel dagegen sind kuppelförmig, frei von pflanzlichem Material und meist größer als die flacheren Wühlmaus­hügel. Die Gänge des Maulwurfs sind im Querschnitt breitoval und verlaufen unterhalb der Hügel in beide Richtungen. Ein ausführliches Porträt zum Maulwurf stellen wir Ihnen demnächst vor. 

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