Dufte Dame mit Bart - die Iris im Staudengarten

| Autor: Lisa | Kategorie: Frühling  Sommer  Herbst 

Für sie haben wir gleich mehrere Laufstege im Staudengarten eingerichtet: die Iris, auch Schwertlilien genannt, verzaubern uns mit ihrer Farbenfülle und ihrem eleganten Wuchs. Die „Orchidee des Nordens“ wurde vom Bund deutscher Staudengärtner als Staude des Jahres 2016 ausgezeichnet und heißt deshalb so, weil ihre über 200 Arten alle auf der Nordhalbkugel zu finden sind.

Allen Arten ist eines gemeinsam – der Blütenaufbau: drei Blütenblätter wölben sich nach oben und bilden den sogenannten „Dom“, der umgeben ist von drei nach unten geschwungenen Hängeblättern. Namensgeberin der eleganten Staude ist die griechische Göttin Iris,  sie ist die Personifikation des Regenbogens und gilt als Streitschlichterin und Friedensbotschafterin.  Die Blüten der Iris gibt es in unzähligen Farbnuancen und Variationen, getupft, gesprenkelt oder mit filigranen Aderungen, eben schillernd wie ein Regenbogen.

Elegant, schlank und schillernd - die Iris ist die Staude des Jahres 2016

Wie ein himmelblaues Band zieht sich der Schwertlilien-Reigen der Iris barbata-elatior 'Lovely Again' durch den Mainauer Staudengarten. Hier finden die königlich anmutenden Schönheiten alles, was sie zum Blühen brauchen: einen sonnig warmen, trockenen Standort mit durchlässigem Boden. Die 'Lovely Again' gehört sogar zu den sogenannten Rebloomer-Sorten und verschönert mit einer zweiten Blütenpracht im Herbst das Staudenbeet. Typisch für die Bart-Iris, der wohl eindrucksvollsten Iris-Gruppe, ist das kleine Stoppelbärtchen, das sich auf den hängenden Blütenblättern mittig befindet. Und wie die duftet – die Iris verfügt über ein breites Duftspektrum,  von fruchtig frisch bis hin zu blumig, pflaumig süß. So manche Spürnase hat sogar schon Schokoladenduft erschnüffelt.

An ihr wirkt ein Stoppelbärtchen dekorativ:
Iris barbata-elatior 'Lovely Again'
Auch in Goldgelb erstrahlt die königliche Schönheit im Mainauer Staudengarten

Tipp für das Anlegen eines Staudenbeetes mit Bart-Iris:
Pflanzen Sie die hohen Bart-Iris in kleinen Gruppen lieber etwas weiter hinten, quasi in zweiter oder dritter Reihe im Beet. Wenn die Blütezeit der hübschen Stauden vorbei ist, sind die graugrünen Blätter der Iris eher unscheinbar. Mit später blühenden Begleitpflanzen wie Lavendel oder Storchschnabel können Sie aber einen neuen Höhepunkt im Beet setzen.

Da die Bart-Iris eine Rhizom-Pflanze ist, sollte die obere Hälfte des dicken Speicherorgans aus der Erde herausschauen. Vor allem bei  Staunässe kann dieser Pflanzenteil sonst leicht faulen.

Die beste Zeit zum Pflanzen ist im März/April oder von August bis Mitte Oktober. Im August sollten übrigens auch die meisten Iris regelmäßig (alle drei bis fünf Jahre) geteilt werden, damit die bärtige Dame auch weiterhin blühfreudig bleibt.

Hübscher Farbkontrast: Das Violet der Iris barbata eliator 'Violet music' und das frische Grün der
Mittelmeerwolfsmilch

Es geht aber auch ohne Bart: Die Wiesen-Schwertlilie Iris sibirica fällt vor allem durch ihre grasähnlichen, langen Blätter und ihre zierlichen Blüten auf. Im Gegensatz zu ihrer bärtigen Schwester lieben die Wiesen-Schwertlilien feuchte Standorte. Sogar nasse Füße verträgt die gelbblühende Sumpf-Schwertlilie Iris pseudacorus, die sich an Teichrändern besonders wohlfühlen.

Ein echter Geheimtipp sind die verschiedenen Miniaturformen der Iris, die Zwiebeln anstelle von Rhizomen bilden. Arten wie die Kleine Netzblatt-Iris (Iris reticulata) oder die Amerikanische Zwerg-Iris (Iris lacustris) blühen bereits im Februar/März und strahlen mit jener Leuchtkraft, nach der man sich nach einem grauen Winter sehnt.

Weitere Informationen:
Staude des Jahres 2016 

Auch Pfingstrosen sind beliebte Nachbarinnen der Bart-Iris

Kommentare

Kommentar von Friedhelm Vozelj |

Ist die Tulpenblüte schon vorbei?

Antwort von Lisa

Lieber Friedhelm,
die frühblühenden Tulpen haben ihren Höhepunkt bereits überschritten. Jetzt stehen die späten Tulpen in den verschiedensten Bereichen der Insel in voller Blüte. Darüber hinaus folgen derzeit viele weitere Frühblüher, wie beispielsweise Rhododendren. Herzliche Grüße, Ihr Blog-Team