Esskastanien: Gesunde Herbstnascherei

| Autor: Verena | Kategorie: Herbst 

Wenn Sie jetzt bei uns auf der Mainau durch die Frühlingsallee in Richtung Brunnenarena spazieren, werden Ihnen emsig sammelnde Eichhörnchen begegnen. Denn die sind gerade dabei die herabgefallenen Früchte der Esskastanien aufzulesen. Wir verraten Ihnen, was auch Sie mit der Nuss aus dem warmen Süden alles machen können.

Geerntet wird die schmackhafte Esskastanie, wenn sich die stachelige Fruchthülle von selbst öffnet

Nussige Südländerin
Ursprünglich stammt die Esskastanie aus Kleinasien bzw. dem Kaukasus. Vor 2500 Jahren gelangte sie nach Griechenland und später nach Süditalien und Spanien. Über die Alpen brachten die Römer die Esskastanie auch in unsere Breiten. In Europa werden die Edelkastanien, wie die Esskastanie auch genannt wird, in warmen mediterranen Ländern wie die Türkei, in Italien, Griechenland und Spanien angebaut. Bei uns in Deutschland wachsen Esskastanien vorwiegend in den Weinbauregionen entlang des Rheins.

Beliebte Herbstdelikatesse
Wenn sich die stachelige Fruchthülle der Esskastanie im Oktober von selbst öffnet und bis zu drei Früchte freigibt, dann ist Erntezeit. Aber Achtung: Nicht jede Kastanie ist für den Menschen zum Verzehr geeignet. Nur die Früchte der Castanea sativa sind essbar. Rosskastanien (Aesculus) eignen sich als Tierfutter und Bastelmaterial.

Die Esskastanie fühlt sich im warmen, mediterranem Klima wohl

Gesammelte Esskastanien können Sie in einem trockenen und kühlen Raum bis zu drei Monaten lagern. Esskastanien können nicht roh verzehrt werden, sondern müssen gekocht oder geröstet werden. Dabei verwandelt sich der hohe Stärkeanteil in Zucker, wodurch der typisch süßliche Geschmack entsteht.  In getrockneter Form lassen sich Esskastanien zu Mehl verarbeiten. Die Inhaltsstoffe der Esskastanien sind enorm vielfältig und gesund: Sie liefert Kalium, Magnesium, Folsäure, komplexe Kohlenhydrate und verschiedene B-Vitamine.

Empfehlenswerte Sorten für den Garten
Für den heimischen Garten sind die Sorten 'Marigoule', 'Marisole', 'Belle Epine', 'Maraval' oder 'Tisenser' zu empfehlen. Veredelte Sorten sind mit 4 bis 6 Meter Höhe und Breite kompaktwüchsiger als Sämlingsbäume, die bis zu 20 Meter groß werden können. Zudem fruchten sie bereits nach ein paar Jahren. 
Beachten Sie jedoch: Wenn Sie Esskastanien im eigenen Garten ernten wollen, sollten Sie Platz für mindestens zwei Bäume haben. Denn die Esskastanie ist selbstunfruchtbar. Das liegt daran, dass die männlichen und weiblichen Blüten des Baumes zu unterschiedlichen Zeitpunkten blühen. Die Bestäubung der weiblichen Blüten, aus denen dann die leckeren Früchte hervorgehen, findet überwiegend durch Wind und Insekten statt.

Bei trockener und kühler Lagerung sind Esskastanien bis zu drei Monate haltbar

Standort
Ein eher saurer Boden mit pH-Werten von 4.5 bis 6 wird von der Esskastanie bevorzugt. Zudem sollte der Untergrund tiefgründig, locker und nährstoffreich sein.

Krankheiten & Schädlinge
In unseren Breiten spielen Krankheiten wie der Kastanienrindenkrebs oder der Schädling Kastanienwickler keine Rolle. Sie verursachen vor allem in Südeuropa Probleme.

Übrigens: Maronen, die beliebten Leckereien vom Weihnachtsmarkt, sind gezüchtete Fruchtsorten der Esskastanie. Sie bilden in der Regel nur eine große Nuss pro Frucht aus.

Aus Maronenpüree und geschlagener Sahne entsteht die wahrscheinlich leckerste Herbst-Nachspeise schlechthin

Rezept Maronentörtchen (Zutaten für 3 – 4 Törtchen)

Baiserboden

3 Eiweiß

120 g Zucker

60 g Puderzucker

½ Essl. Zitronensaft

1 Essl. Mondamin

Maronenmasse

350 g Maronenpüree

40 ml Läuterzucker (2/3 Zucker, 1/3 Wasser)

5 g Vanillezucker

20 – 30 ml Cognac

30 – 40 g weiche Butter

20 g flüssige Kuvertüre 75% Kakaoanteil

250 ml geschlagene Sahne

Zubereitung Baiserböden

Für die Baiserböden Eiweiß mit Zitronensaft zu einem festen Schnee schlagen. Dabei den Zucker nach und nach einrieseln lassen. Wenn das Eiweiß steif ist, Mondamin und Puderzucker vorsichtig unterheben. Das Eiweiß in einen Spritzsack füllen und Schnecken auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen.

Dabei von innen nach außen arbeiten. Es sollten kleine Scheiben entstehen mit einem Durchmesser von ca. 5 – 8 cm. Nun die Böden bei 100 °C im Backofen ca. 2 Stunden trocknen. Kann auch am Vortag vorbereitet werden.

Zubereitung Maronenmasse

Maronenpüree durch ein feines Sieb streichen. Läuterzucker, Vanillezucker, Cognac, weiche Butter und eine Prise Salz dazu geben und verrühren. Zum Schluss mit die geschmolzene Kuvertüre zu einer geschmeidigen Masse einrühren. Das Maronenpüree wird mit einer Vermicelles-Presse auf die erste Baiser-Platte gegeben und mit einer zweiten abgedeckt. Darüber Vermicelles-Spaghetti, so dass Sich ein Berg ergibt. (Montebianco).

Mit geschlagener Sahne, karamellisierten Maroni oder frischen Beeren wird nun der Berg ausgarniert.

Guten Appetit!

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