Fragen zu Kübelpflanzen – Zitruspflanzen

| Autor: Andrea | Kategorie: Sommer  Herbst 

Was sind eigentlich Kübelpflanzen? Wir Gärtner definieren Kübelpflanzen als mehrjährige, in unseren Breiten nicht winterharte, exotische Pflanzen, die im Sommer Balkone und Terrassen verschönern und im Winter in ein frostfreies Winterquartier ziehen müssen. Sie müssen deshalb in einem Kübel kultiviert werden. Über das Grüne Telefon der Insel Mainau erreichen uns immer zahlreiche Fragen zu Kübelpflanzen. Im Blog haben wir bereits Pflegetipps zu Zitruspflanzen vorgestellt. Hier beantworten wir zwei Fragen zur Zitruskultur.

Ich habe seit ein paar Jahren ein Mandarinenbäumchen. Im ersten Jahr, als wir es gekauft haben, hatte es schon Früchte. Im nächsten Jahr blühte es zwar, allerdings recht spät im Herbst. Seither blüht es nicht mehr, zeigt aber ein gutes Wachstum und schöne grüne Blätter. An was kann es liegen, dass es nicht mehr blüht und keine Früchte mehr trägt?

Die Blütenbildung und damit verbunden die spätere Fruchtbildung, wird bei Zitruspflanzen durch mehrere Faktoren ausgelöst. Zitruspflanzen sollten hell und kühl (unter 10 ° C) überwintert werden. Dadurch geht die Pflanze in die Ruhephase und übersteht die lichtarme Zeit besser. Falls das Zitrusbäumchen bereits am Ende des Winters noch im Winterquartier blüht, sollten Sie die Bestäubung mit einem Pinsel übernehmen und so die fehlenden Insekten ersetzen. Zudem darf von Oktober bis Februar die Düngung eingestellt und die Pflanze etwas trockener gehalten werden. In den Sommermonaten müssen die Zitruspflanzen sonnig und warm stehen, da nur bei einer gewissen Wärmesumme Blüten angelegt werden. Außerdem ist eine gute Nährstoffversorgung von März bis September mit einem Zitrusdünger nach Anleitung wichtig. Zitruspflanzen im Topf müssen regelmäßig mit möglichst kalkarmem Wasser gegossen werden. Erst wenn die oberste Erdschicht abgetrocknet ist, greift man wieder zur Gießkanne. Eine zu warme Überwinterung mit ganzjähriger, gleichmäßiger Wasser- und Düngerversorgung begünstigt das vegetative Wachstum und stellt die Blütenbildung zurück.

Meine Zitrone hat im Frühjahr reichlich geblüht und viele Früchte angesetzt. Jetzt fallen fast alle Früchte ab. Woran kann das liegen?

Fruchtfall bei Zitruspflanzen hat bis zu einem gewissen Maß eine natürliche Ursache: Alle Früchte, die nach der Blüte zu viel angesetzt wurden, lässt der Baum fallen, da er sie nicht alle ernähren kann. Setzt ein massiver Fruchtfall ein, bei dem nur wenige bis keine Früchte mehr erhalten bleiben, hat dies mit Stress in der Pflanze zu tun. Dieser kann ausgelöst werden durch kühle Temperaturen, Trockenheit, mangelnde Belichtung, schlechtes Substrat, Schädlinge, Pilzinfektionen, Sonnenbrand oder durch (falsch angewendete) Pflanzenschutzmittel. Häufig führen, kurz nach der Blüte und dem Fruchtansatz im Frühjahr, kühle Temperaturen (v.a. auch im Wurzelbereich) und zu wenig Licht zu einem Fruchtfall. Ebenso kann ein verregneter, kühler Sommer dieses Phänomen an Zitruspflanzen auslösen. Andererseits kann auch eine ungleichmäßige Wasserversorgung (Staunässe/Trockenheit) zu einem Fruchtfall führen. Deshalb ist es wichtig, die Pflanze nach dem Fruchtansatz optimal zu pflegen (regelmäßige Düngung und Bewässerung) und ihr einen geschützten Standort bei ausreichend warmen Temperaturen und genügend Licht zukommen zu lassen.

Tipp der Redaktion:
Am 14. Oktober 2017 findet ein botanisches Seminar der Mainau-Akademie zur Pflege von Kübelpflanzen auf der Insel Mainau statt. Weitere Informationen dazu finden Sie hier

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