Nüsse aus dem eigenen Garten

| Autor: Lisa | Kategorie: Herbst 

Vier Kilogramm Nüsse und nussartige Früchte essen die Deutschen durchschnittlich im Jahr. Die Früchte mit der harten Schale sind nicht nur lecker, sondern gelten auch als sehr gesund. Die meisten Nusssorten enthalten viele hochwertige, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel im Körper und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken. Zudem sind sie durch die enthaltenen B-Vitamine gut fürs Gehirn, härten ab gegen Stress und stärken die Konzentrationsfähigkeit. Das nusseigene Eiweiß fördert zudem den Stoffwechsel und dämpft die Lust auf Süßes.

Der Walnussbaum galt als Fruchtbarkeitssymbol, so wurden seine Nüsse bei Hochzeiten verschenkt
oder dem Paar vor die Füße geworfen.

Da ist es doch gar keine schlechte Idee sich dieses heimische „Superfood“ in dem eigenen Garten zu holen. In unseren Gärten fühlen sich der heimische Haselstrauch und die bereits  durch die Römer aus Südeuropa eingeführten Bäume der Walnuss, Esskastanie und Mandel besonders wohl. 

Botaniker definieren Nussfrüchte nach dem Aufbau der Frucht. Die Zugehörigkeit zu Pflanzenfamilien spielt keine Rolle. Echte Nüsse wie Haselnuss, Walnuss, Esskastanie und Erdnuss zeichnen sich durch das Verholzen der dreischichtigen Fruchtwand aus. Verholzt nur die innere Fruchtwand, die wie beispielsweise auch bei Kirschen und Pfirsichen von weichem Fruchtfleisch umgeben ist, handelt es sich um eine Steinfrucht. Unter den „Nüssen“ zählen Mandel, Kokosnuss, Pekannuss und Pistazie zu den Steinfrüchten.

Nussarten im Größenvergleich

Die 6 wichtigsten Tipps für den Nussanbau im Hausgarten

1. Wahl der passenden Art
Für kleine Gärten sind Walnüsse und Ess-Kastanien weniger geeignet, da sie mit über 20 m Höhe zu groß werden. Haselnüsse und Mandeln werden je nach Sorte nur etwa 5–9 m hoch.

2. Sortenwahl
Pflanzen Sie veredelte Sorten, denn hier sind im Gegensatz zu den Sämlingen die Fruchteigenschaften bekannt. Probieren Sie die Nüsse der von Ihnen ausgewählten Sorte nach Möglichkeit, damit Sie sich auch geschmacklich überzeugen können. Dabei können Sie gleich testen, wie gut sich die Nüsse schälen lassen, denn das geht nicht bei jeder Sorte gleich gut. Wählen Sie möglichst krankheitsresistente und spätblühende Sorten, die weniger durch Spätfröste geschädigt werden. Mandelbäume eignen sich nur für klimatisch bevorzugte Regionen, da diese es gerne warm mögen.

3. Befruchter pflanzen
Haselnüsse tragen nicht, wenn ein zweiter Haselstrauch als Befruchter fehlt. Bei Ess-Kastanien, Walnüssen und Mandeln tragen auch die selbstfruchtbaren Sorten besser mit einer Partnersorte.

4. Richtiger Standort
Alle Nussarten bevorzugen volle Sonne und gute, tiefgründige Böden. Mandeln kommen auch auf nährstoffärmeren, trockenen Böden zurecht.

5. Guter Start
Nur eine gute Anfangspflege in den ersten 2–3 Jahren ergibt ertragreiche Nussbäume und -sträucher. Halten Sie den Boden unter den Gehölzen frei von anderen Pflanzen und wässern Sie im Sommer.

6. Der passende Schnitt
Haselsträucher auf den Stamm der Baumhasel (Corylus colurna) veredelt brauchen wenig Schnitt. An stammlosen Haseln müssen für einen guten Ertrag die Bodentriebe regelmäßig im Herbst entfernt werden. Mandeln müssen regelmäßig nach der Blüte stark geschnitten werden. Schneiden Sie Walnüsse nur ausnahmsweise im Sommer und nur an dünnen Ästen. Ess-Kastanien benötigen keinen Schnitt, können aber bei Bedarf stark geschnitten werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einer Handvoll Nüsse am Tag. Das ist ideal für Geist,
Körper und Linie.

Besonders empfehlenswerte Sorten

Haselnuss
'Hallesche Riesennuss': großfrüchtig, starkwüchsig, gesund, resistent gegen den Haselnussbohrer, sehr schmackhaft. Sie ist zudem Bestäuber aller Sorten.
'Webbs Preisnuss': für kleine Gärten geeigneter. Bestäuber aller Sorten. Nüsse kleiner, aber gut gefüllt und schmackhaft.
Auch empfehlenswert: 'Wunder von Bollweiler', 'Cosford'

Ess-Kastanie
'Bouche de Betizac': kompakter Wuchs, früher Ertragsbeginn

Walnuss
'Geisenheimer Nr. 26': großkronig, robust, spättreibend, selbstfruchtbar
'Weinsberger Nr. 1': kleinkronig, selbstfruchtbar, weitgehend gesund
'Weinheimer Nr. 139': spätaustreibend
'Wunder von Monrepos': sehr widerstandsfähige Sorte
'Laciniata': Zierform, attraktiv geschlitztes Laub, bildet aber nur wenige Walnüsse

Mandelbaum
'Ferragnes': resistent gegen die Pilzkrankheit Monilia
'Ferraduell': Befruchter für Ferragnes und resistent gegen Monilia
'Dürkheimer' und 'Papierski': sehr dünnschalige Krachmandeln, sehr leicht zu knacken

Von der Walnuss gibt es mehrere hundert Sorten. Sie unterscheiden sich z.B. in der Nussgröße,
im Geschmack und wie früh sie blühen.

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