Öfter mal was Neues: Besondere Früchte im Garten

| Autor: Verena | Kategorie: Herbst 

Welche Obstbäume sind in Ihrem Garten gepflanzt?  Die meisten würden hier wahrscheinlich mit Apfel-, Birnen-, Kirsch- und/oder Pflaumenbaum antworten. Wie wäre es stattdessen mal mit der Echten Mispel, der Apfel- oder Goji-Beere? Vergessene Wildobst-Sorten und botanische Raritäten erleben derzeit ein Revival beziehungsweise Debut im heimischen Garten. Doch bevor auch Sie seltene und neue Früchte anbauen wollen, sollten Sie sich darüber informieren wie groß die Pflanzen werden und welche Ansprüche sie an Boden und Klima stellen.

Die mittelgroßen Früchte der Echten Mispel, die optisch an Hagebutten erinnern, werden erst nach dem ersten Frost geerntet

Echte Mispel (Mespilus germanica)
Im Mittelalter erfreute sich die Echte Mispel großer Beliebtheit und zählte zu den festen Größen im Bauerngarten. Mit der Zeit geriet sie in Vergessenheit, weil sie von  attraktiveren und geschmacklich süßer schmeckenden Obstsorten verdrängt wurde. Doch mittlerweile findet der sommergrüne Baum mit breiter Krone seinen Weg in die heimischen Gärten zurück. Bei einer Wuchshöhe von drei bis vier Metern bringt er zahlreiche essbare, braune Früchte mit rauer Schale hervor. Das robuste Obstgehölz ist pflegeleicht und kommt mit den meisten Gartenböden zurecht.   Zahlreiche weiße Blüten schmücken die Echte Mispel im Mai. Im Spätherbst sind die Mispeln reif zum Ernten. Pflücken Sie die Früchte nach dem ersten Frost. Denn den brauchen die Mispeln, damit sie weich und süß-säuerlich im Geschmack werden. Die Echte Mispel, die ein Familienmitglied der Rosengewächse ist, ist vielfältig in ihrer Nutzung: Ob als Kompott, Konfitüre, Saft, Mus oder in Kombination mit anderen Obstsorten – sie macht eine gute Figur als leckeres Herbstobst. Empfehlenswerte Sorten sind u.a. 'Nottingham' für etwas feuchtere Böden geeignet und die ertragreiche 'Holländische Großfrüchtige'.

Mit der Indianderbanane oder Pawpaw hält eine nordamerikanische Exotin Einzug in den heimischen Garten

Indianerbanane (Asimina triloba)
Fast genauso hoch im Wuchs, robust und pflegeleicht wie die Echte Mispel ist die Indianerbanane.  Der deutsche Trivialname lässt die Herkunft vermuten: Das exotisch anmutende Gewächs ist im östlichen bis mittleren Nordamerika beheimatet und wird dort als Pawpaw bezeichnet. In Europa kann sie vor allem in gemäßigten Klimaregionen, insbesondere in Weinbaugebieten kultiviert werden. Auf der Insel Mainau wächst, aufgrund der klimatisch günstigen Lage, ein Exemplar dieses Naschgarten-Vertreters im Arboretum. Indianerbananen erntet man im September. Man kann sie wie Kiwis auslöffeln oder das Fruchtmus zu Marmelade, Fruchtcocktails oder Eis weiterverarbeiten. Der Geschmack erinnert an eine Mischung aus Mango, Banane, Melone und ein bisschen Vanille. Empfehlenswerte Sorten sind: 'Davis', 'Overleese', 'Prima 1216', 'Sunflower'.

Den roten Goji-Beeren wird eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit nachgesagt. Bild: Vladimir Gjorgiev/Shutterstock.com

Goji-Beere (Lycium barbarum)
Sie wird aktuell als Wunderfrucht und Super-Food im Bio-Markt-Regal gehandelt: die korallrote, aromatische Goji-Beere, die je nach Sorte nach Paprika oder Tomate schmeckt. Sie enthält viele Vitamine, Anti-Oxidantien und Spurenelemente. Man findet sie häufig als Trockenobst. Darüber hinaus wird sie zu Saft, Wein, Essig, Likör, Tee oder  Marmelade verarbeitet.  Geerntet werden die leckeren Beeren, die im Himalaya seit Jahrhunderten beliebt sind, von August bis Oktober. Doch auch vorher macht der mittelgroße Strauch eine gute Figur: Sternförmige Blüten in Violett zeigen sich ab Juni. Der Übergang von der Blütezeit zum Fruchtstand ist hübsch anzuschauen, denn während die Pflanze noch blüht, zeigen sich zeitgleich die ersten knallroten Früchte. Lycium barbarum ist pflegeleicht, anspruchslos und frosthart. In letzter Zeit hat es zahlreiche Züchtungen und Auslesen gegeben. Empfehlenswerte Sorten sind 'No.1-Lifeberry', 'Turgidus' und 'L 22'.

Die Aronia-Beere enthält wertvolle Inhaltsstoffe, ist vielfältig einsetzbar und derzeit schwer angesagt

Apfelbeere (Aronia melanocarpa)
In Russland ist die Apfelbeere schon seit langem als Heilpflanze bekannt und auch bei uns gewinnt sie immer mehr an Bedeutung. Wie die Gojibeeren werden auch Apfelbeeren wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe angebaut, sie sind aber nur gekocht genießbar. Verarbeitet werden die reifen, schwarzen Beeren u.a. in alkoholischen Getränken, in Molkerei-Produkten sowie in der Süß- und Backwaren-Industrie. Aronia melanocorpa wächst als aufrechter Strauch und erreicht dabei eine Höhe von ca. 1,5 m. An den Boden werden keine besonderen Ansprüche gestellt, der Standort sollte halbschattig bis sonnig sein. Im Mai blüht die Aronia für kurze Zeit in leuchtend weiß. Für den heimischen Garten eignen sich die folgenden Sorten: 'Hugin', 'Viking', 'Nero', 'Rubina' und 'Königshof', zum Beispiel als frei wachsende Hecke gepflanzt.

Die Physalis verleiht jeder Torte ein exotisches Aussehen. Bild: Tikenberg/Shutterstock.com

Birnenmelone (Solanum muricatum) & Andenbeere (Physalis peruviana)
Diese beiden einjährigen Fruchtpflanzen aus Südamerika gehören wie die Tomate zu den Nachtschattengewächsen. Das heißt, sie haben einen hohen Wärmebedarf und sind nur ausgereift genießbar. Die dekorativen Früchte der Birnenmelone und Physalis sind reich an Vitaminen und Spurenelementen, sowie roh und gekocht genießbar.

Die Birnenmelone ist auch unter dem Namen Pepino bekannt, ihre gänseeigroßen Früchte sind goldgelb mit lila Streifen. Geschmacklich erinnert die Birnenmelone, wie der Name schon vermuten lässt, an eine Mischung aus Birne und Melone. Sie wächst bis zu einem Meter hoch und eignet sich, kultiviert im Topf oder in der Hängeampel als Terrassen- und Balkonpflanze.

Die Andenbeere ist auch unter dem Namen Kapstachelbeere bekannt, da sie hauptsächlich in Südafrika angepflanzt wird. Ihre orangefarbenen Früchte sind umhüllt von einer pergamentartigen, lampionförmigen Hülle. Geschmacklich erinnert das fruchtige Aroma der Andenbeere ein bisschen an Stachelbeeren. Sie wird auch gerne als essbare Zierde von Cocktails, Desserts und Käseplatten verwendet.

Andenbeere und Birnenmelone sollte man sehr früh aussäen oder als vorgezogene Pflanzen kaufen, um einen guten und frühen Fruchtansatz zu bekommen. Sie dürfen allerdings erst nach den Eisheiligen ins Freie. Humusreicher, lockerer Boden und reichlich Wasser sowie Dünger (ab Fruchtansatz) sind unerlässlich.

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