Pilzkrankheiten an Rosen

| Autor: Andrea | Kategorie: Sommer 

Die Rose wird als Königin der Blumen bezeichnet. Sie gilt aber auch als Diva, die anfällig für Krankheiten und Schädlinge ist. So erreichen uns am Grünen Telefon immer wieder Anfragen wie „Meine Rose hat Rost“. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die häufigsten Pilzerkrankungen an Rosen vor und geben Tipps, damit Ihre Rosendiva erst gar nicht befallen wird. Denn auch hier gilt: Vorbeugen ist der beste Schutz!

Sternrußtau (Diplocarpon rosae)
Hobbygärtner bezeichnen die Symptome an ihrer Rose als „Rost“ und meinen damit häufig den Sternrußtau. Das Schadbild zeigt sich im Laufe des Sommers durch sternförmige, verwischte, schwarzbraune Flecken auf den Rosenblättern. Im nächsten Stadium werden die Blätter gelb und fallen ab. So kann es vorkommen, dass die Rose bereits ab August blattlos im Garten steht und kaum noch Fotosynthese für die Pflanze möglich ist. Der Pilz überwintert auf den abgefallenen Blättern auf dem Boden. Werden diese nicht entfernt, erfolgt im Frühjahr eine Infektion des Neuaustriebes über Spritzwasser. Tritt der Schaden jedes Jahr auf, wird die Rose immer schwächer und stirbt.

Sternrußtau an Rosenblätter macht sich durch schwarzbraune Flecken bemerkbar und führt im weiteren Verlauf zur Gelbfärbung der Blätter bis hin zum Laubverlust der Rose.

Rosenrost (Phragmidium mucronatum)
Rosenrost kann schon früh im Sommer in Erscheinung treten. Auf der Blattoberseite treten zuerst gelbe bis rötliche Flecken auf, die sich später braun verfärben. Auf der Blattunterseite finden sich stecknadelkopfgroße gelbliche, im Herbst schwarz werdende Pusteln (Sporenträger).

Rosenrost tritt häufig im Frühsommer auf und bildet an der Blattunterseite rostigbraune Pusteln / Bildnachweis: W. KORDES‘ SÖHNE Rosenschulen GmbH & Co KG

Beide Pilzerkrankungen treten in regenreichen Sommern und unter kühl-feuchten Bedingungen auf. Auch eine überhöhte Stickstoffdüngung, die weiche Rosenblätter bewirkt, begünstigt einen Befall. Schlecht durchlüftete Standorte verbunden mit langanhaltender Blattfeuchtigkeit schaffen nach einem Regen den idealen Nährboden für ein Pilzwachstum. Eine große Rolle spielt zudem die Rosensorte selbst. Es gibt anfälligere Sorten und weniger anfälligere Sorten. Robuste ADR-Rosen weisen häufig ein dickeres, glänzendes Laub auf. Auf dieser Oberfläche kann der Pilz nicht so gut in das Blattgewebe eindringen und keimen.

Echter Mehltau (Podosphaera pannosa = Sphaerotheca pannosa)
Dieser Pilz macht sich häufig an der Triebspitze auf Blättern und Knospen durch einen weißen, pudrigen Belag bemerkbar. Dadurch kommt es zu Wachstumsstörungen und Deformationen. Er tritt bei schwülwarmer Witterung und Temperaturen über 20 °C auf. Er gilt im Gegensatz zu den anderen beiden Pilzerkrankungen als „Schönwetterpilz“, der allerdings auch bevorzugt an schlecht durchlüfteten Standorten vorkommt.

Der Echte Mehltau bildet einen mehlig weißen Belag an Knospen, Blättern und Stängeln der Rose / Bildnachweis: W. KORDES‘ SÖHNE Rosenschulen GmbH & Co KG

Vorbeugen und Bekämpfen von Pilzerkrankungen an Rosen
Entscheidend für eine erfolgreiche Rosenkultur sind der richtige Standort und die Auswahl einer gesunden Sorte. Das Erdreich sollte für die tiefwurzelnde Rose tiefgründig und durchlässig sein. Ideal ist ein sandig-lehmiger Boden, auf dem zuvor keine Rosen oder Rosengewächse kultiviert wurden. Der Standort sollte sonnig und gut durchlüftet sein. Eine Südterrasse oder ein Südbalkon stellen hinsichtlich der stauenden und reflektierenden Hitze einen eher ungünstigen Standort dar. Ebenso sind Standorte unter Gehölzen, von denen es nach einem Regenschauer länger noch heruntertropft, ungeeignet.

In Trockenzeiten sollte die Wassergabe direkt über dem Boden und nicht über das Blattwerk ausgebracht werden. Die Düngung erfolgt idealerweise gemäß den Ergebnissen einer Bodenuntersuchung. Mit organischen Rosendüngern wird in der Regel eine Überdüngung vermieden und das Bodenleben aktiviert. Eine Kali-Düngung im August fördert das Ausreifen der Triebe und damit die Winterhärte. Ein Schnitt der Rose im Frühjahr  und im Sommer  unterstützt ein gesundes Wachstum, eine gute Durchlüftung sowie eine reiche Blüte. Vorbeugend können Pflanzenstärkungsmittel auf pflanzlicher Basis ab dem Blattaustrieb verabreicht werden. Sie bilden eine Art Schutzfilm, der allerdings durch Regen und Wachstum wieder zerstört wird. Deshalb ist eine regelmäßige, wöchentliche Anwendung notwendig.

Bei den ersten Symptomen sollten die betroffenen Blätter oder Triebe entfernt werden. Ebenso ist es notwendig, das infizierte, abgefallene Rosenlaub im Herbst komplett zu entfernen, um eine Neuinfektion im Frühjahr zu vermeiden. Um bei den ersten Symptomen eine weitere Ausbreitung der Pilzerkrankung zu verhindern, können zugelassene Fungizide eingesetzt werden. Allerdings ist auch hier die Wirkdauer auf 2-3 Wochen begrenzt und daher sind mehrmalige Spritzungen notwendig. Um Resistenzbildung bei den Pilzrassen zu verhindern, ist es sinnvoll, bei den Fungiziden immer wieder unterschiedliche Wirkstoffe einzusetzen, also nicht immer das gleiche Mittel (den gleichen Wirkstoff) zu verwenden.

Unser Tipp vom Mainau Gärtner
Aus ökologischer Sicht empfehlen wir, auf Fungizide zu verzichten und stattdessen robuste Sorten zu wählen. Ein optimaler Standort und die bestmögliche Pflege verhindern Rosenkrankheiten und fördern auch in Ihrem Garten eine zauberhafte Rosenpracht.

Weitere Informationen:
KORDES-Rosen: Pflanzenschutz & Schädlinge an Rosen

Schlagwörter: Rosen, Pilzerkrankungen, Echter Mehltau, Rosenrost, Sternrußtau

 

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