Rosentipps für das Frühjahr

| Autor: Andrea | Kategorie: Frühling 

Jetzt im Frühjahr zieht es viele Gartenbesitzer für die ersten Tätigkeiten ins Freie. Wenn die Forsythien ihre gelben Blüten zeigen, ist es Zeit für den Schnitt und die Düngung der Rosen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Edel- und Beetrosen, aber auch Strauch- und Kletterrosen schneiden, damit sich diese ab Juni wieder von ihrer schönsten Seite präsentieren.

Bevor Sie zur Tat schreiten, sollten Sie sich sauberes und scharfes Werkzeug für den Rosenschnitt bereit legen: eine Rosenschere wird für jüngere Rosentriebe benötigt, eine kleine Säge oder Astschere kommt für das Entfernen dickerer Äste bei Strauch- und Kletterrosen zum Einsatz. Prinzipiell gilt:

  • Erfrorene oder kranke Zweige entfernen Sie zuerst.
  • Sich kreuzende, gabelnde oder nach innen wachsende Äste sind auszu­schneiden bzw. einzukürzen.
  • Dünnere Äste werden tiefer als dickere Äste zurückgeschnitten, schwache Triebe werden ganz am Ansatz entfernt.
  • Ein starker Rückschnitt fördert einen starken Austrieb.

Der Schnitt wird immer leicht schräg und ca. 5 mm über einem nach außen stehenden Auge (Triebknospe) geführt, um ein schnelles Abtrocknen der Schnittfläche zu gewährleisten. Der folgende Austrieb wächst dann nach außen und alle Triebe werden ausreichend belichtet.

Der Trieb wird schräg und etwa 5 mm über einem nach außen stehenden Auge eingekürzt.

Neben diesen allgemeinen Regeln kommt es beim Schnitt darauf an, zu welcher Rosenklasse die zu schneidende Rose gehört, um ein gesundes Wachstum und eine reiche Blüte zu erzielen.

Öfter blühende Edel- und Beetrosen wie ‘Gräfin Diana‘, ‘Grande Amore‘ oder ‘Aprikola‘ und ‘Moin Moin‘ blühen an den diesjährig gebildeten Trieben. Durch den Schnitt im Frühjahr soll der Neuaustrieb gefördert werden. Es werden drei (bei schwachwüchsigen Sorten) bis fünf (bei starkwüchsigen Sorten) Triebe stehen­gelassen und auf drei (bei schwachwüchsiger Sorte) bis fünf (bei starkwüchsige Sorte) Augen eingekürzt. Durch den stärkeren Schnitt der schwächeren Triebe werden sie zu einem stärkeren Austrieb angeregt. Da nur starke Triebe große Blüten ausbilden können, werden sehr schwache Triebe ganz entfernt.

Alter Trieb einer Beetrose wird zu Gunsten eines jüngeren Triebes entfernt.

Einmal blühende Strauchrosen  wie Damanszener-Rosen oder Gallica-Rosen bilden hellgrüne, unverzweigte Neutriebe, die im ersten Jahr nicht blühen. Erst ab dem zweiten Jahr bilden sich daran Seitentriebe mit zahlreichen Blüten. Nach dem 3. Jahr nimmt die Blühwilligkeit der Triebe ab. Die Schnittmaßnahmen bei einmal blühenden Strauchrosen bestehen deshalb vielmehr im Entfernen alter Fruchtstände und im Auslichten dürrer, toter und ein bis zwei älterer Triebe, die bodennah mit einer Säge entfernt werden.

Öfter blühende Strauchrosen wie beispielsweise die Sorten ‘Postillon‘ oder ‘Soul‘ bauen über mehrere Jahre ein Zweiggerüst auf. Die hellgrünen, neu gebildeten Triebe blühen bereits im ersten Jahr an der Spitze. In den Folgejahren kommen weitere Blüten an den Seitentrieben hinzu. Um eine schöne Wuchsform zu erzielen, werden die kräftigen Haupttriebe um ein Drittel, die schwächeren Triebe um zwei Drittel und die Seitentriebe auf etwa drei bis fünf Augen eingekürzt. Um eine Verjüngung sicher­zustellen werden alte Triebe bodennah mit einer Säge entfernt.

Kletterrosen bilden lange Triebe, die möglichst fächerartig an einem Spalier oder schräg um einen Obelisken / Rosenbogen aufge­bunden werden. Dadurch bilden sich an den Haupttrieben zahlreiche Seitentriebe mit Blüten. Senkrecht nach oben wachsende Triebe bilden hingegen ihre (wenigen) Blüten nur an den Spitzen.

Die Triebe von Kletterrosen sollten fächerförmig angeordnet werden, um die Bildung
von Seitentrieben und damit die Bildung von Blüten anzuregen.

Einmalblühende Kletterrosen, dazu zählen auch die starkwüchsigen Ramblerrosen, bilden an den neu gebildeten Trieben keine Blüten. Sie bilden sich erst im Folgejahr an den Seitentrieben. Auch hier geht es um ein konsequentes Entfernen schwacher, kranker und alter Triebe und abgeblühter Blüten- und Fruchtstände. Alle Neutriebe werden erhalten und wenn möglich auch nicht eingekürzt. Idealerweise sollte diese Maßnahme nach der Blüte im Sommer  durchgeführt werden, damit sich noch Neutriebe in der verbleibenden Vegetationszeit bilden können. Aufgrund der starken Belaubung und der möglichen Verletzung benachbarter Triebe wird der Schnitt aber meist ins Frühjahr verlegt.

Öfter blühende Kletterrosen, dazu zählen Sorten wie ‘Super Excelsa‘, ‘Golden Gate‘, ‘Jasmina‘ und ‘Camelot‘ bilden am Ende der diesjährigen Neutriebe Blüten aus, die dadurch das Längenwachstum begrenzen. In den Folgejahren bilden sich Blüten an den Seitentrieben zweiter und dritter Ordnung. Die Wuchs­höhe wird über mehrere Jahre aufgebaut. Dünne Triebspitzen werden auf ein kräftiges Auge zurück geschnitten. Die Seitentriebe werden auf drei bis fünf Augen eingekürzt. Um die Verjüngung anzuregen, werden ältere Triebe bodennah entfernt, ebenso schwache Triebe.

Abgestorbene (Seiten-)Triebe werden an der Kletterrose entfernt

Eine Hochstammrose besteht aus einem Wildrosenstamm, an dem an drei Stellen Augen der gewünschten Rosensorte eingesetzt werden. Es gibt sie in Höhen von 60 cm, 90 cm oder als Kaskadenstämmchen mit einer Höhe von 140 cm. Der Schnitt der Hochstammrosen richtet sich nach der Klassen­zugehörigkeit der darauf veredelten Rose. Beispielsweise handelt es sich bei nach unten gebogenen Kaskadenstämmchen um Sorten aus der Klasse der Kletter- oder Ramblerrosen. Sind die Triebe kräftig, starr und aufwärtsgerichtet, so kann man von einer Edelrosen- oder Beetrosensorte ausgehen. 

Erste Rosendüngung im Jahr

Am sinnvollsten ist die Gabe der fehlenden Mineralstoffe, die sich aus einer Bodenuntersuchung ergeben haben. Diese sollte alle drei Jahre erfolgen. Rosendünger gibt es in organischer, mineralischer oder in organisch-mineralischer Form. Organische Dünger enthalten neben den Nährstoffen meist auch bodenbelebende Mikroorganismen und fördern dadurch ein aktives Bodenleben. Neben sofort wirkenden Düngern werden immer häufiger Langzeitdünger eingesetzt. Wichtig bei der Düngung ist die Beachtung der genauen Mengenangabe auf der Packung. Denn: viel hilft nicht viel, sondern fördert Krankheiten an der Rose. Der Boden sollte bei der Düngergabe feucht sein, damit es nicht zu einer Schädigung der Wurzeln kommt.

Abgeblühte Seitentriebe der Kletterrose werden auf ein bis drei Augen eingekürzt

Kommentare