Rote Herbstschönheit - der Amberbaum

| Autor: Verena | Kategorie: Herbst 

Seinen Höhepunkt erfährt der Mainau-Herbst nicht nur mit der beliebten und traditionellen Dahlienschau, sondern auch mit bunten Sträuchern, goldschimmernden Blättern, emsig suchenden Eichhörnchen und glänzenden Kastanien. Ahorngelb, Rubinrot oder Kastanienbraun sind nur einige der abertausenden Farbtöne, die das Arboretum und die gesamte Insel in eine magische Atmosphäre tauchen.  Denn dann hat er seinen großen Auftritt unter anderem an der Italienischen Blumen-Wassertreppe: Mit seiner intensivroten Laubfärbung ist der Amberbaum einer der Stars des Indian Summer auf der Blumeninsel.

Farbiger Dauerbrenner im Herbst: der Amberbaum (Liquidambar styraciflua)

Herkunft

Der extravagante Baum, dessen Blätter der Form von Seesternen ähnelt, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Der Amberbaum ist ein sommergrüner Laubbaum (Liquidambar styraciflua) und gehört zur Gattung der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae). Als Großbaum wird er bei uns zwischen 10 und 20 Meter hoch.

Auch im Sommer macht der Amberbaum eine gute Figur.

Viel Sonnenschein bitte

Der Amberbaum ist ein Sonnenkind. Er liebt lichtdurchflutete Standorte in feuchtem, nährstoffreichem, lockeren und leicht saurem Boden. Auf starke Trockenheit und Staunässe reagiert er empfindlich. Von April bis Mai blüht der Amberbaum, allerdings muss man schon etwas genauer hinsehen um seine grünlichen Blüten zu erkennen, da sich diese nur schwer von den zeitgleich austreibenden, grünen Blättern unterscheiden.

Kugelförmige, stachelige Früchte schmücken im Herbst den Amberbaum

Leuchtende Herbstfärbung

Der Amberbaum beeindruckt durch seine spektakuläre Laubfärbung, die überdurchschnittlich lang andauern kann und dadurch zum farbigen Dauerbrenner im Herbst wird. Je nach Sorte variiert die Farbgebung von Hellrosa über Orange und Rot bis zu tiefem Lila. Einen leichten Einfluss auf den Farbton der Herbstfärbung hat auch der jeweilige Standort. An feuchten Standorten neigt der Amberbaum eher zu einer lila Färbung, während an trockenen Orten die rotorangene Färbung häufiger auftritt.

Indian Summer Feeling an der Italienischen Blumen-Wassertreppe

Stark gegen Erkältung

Zerreibt man seine Blätter, verströmen diese einen angenehm süßlichen Duft. Im amerikanischen Volksmund wird der Amberbaum auch als „Sweet Gum“ bezeichnet, da sein Harz als Aromatisierungsmittel in Kaugummi und Zigarren, aber auch für die Herstellung von Parfüm verwendet wurde. Die nordamerikanischen Ureinwohner nutzten seinen Balsam als Wund- und Fiebermittel, weshalb auch heute noch der Amberbaum zu den Heilpflanzen in der Anwendung bei Erkältungen und Husten zählt.

Aber auch im Winter ist der Amberbaum schön anzusehen, denn seine kugelförmigen, stacheligen Früchte schmücken den Baum in der kalten Jahreszeit. In jungen Jahren ist ein Winterschutz für den Amberbaum ratsam. Durch die lange Herbstfärbung erfolgt der Triebabschluss erst spät im Jahr und frühe Fröste können die Triebe erfrieren lassen.

Neben der bekannten Sorte ‘Worplesdon‘, die 12-15 m hoch wird eignen sich für den Hausgarten auch die Sorten ‘Gum Ball‘ und ‘Slender Silhouette‘. Beide Sorten fallen nicht nur durch ihre Herbstfärbung auf, sondern auch durch ihre Wuchsform. Die Sorte ‘Gum Ball‘ bildet eine kugelförmige Krone aus und wird 4-7 m hoch. Säulenförmig wächst hingegen die Sorte ‘Slender Silhouette‘, die mit 3-4 m Höhe auch im Vorgarten oder in kleinen Gärten gut aufgehoben ist.

 

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