Schmucklilien – Exotischer Blütentraum aus Südafrika

| Autor: Verena | Kategorie: Sommer 

Blütenbälle wie ein Feuerwerk in Weiß, Blau und Violett auf langen, eleganten Stielen, die sich sanft im Sommerwind wiegen, sind charakteristisch für die afrikanischen Schmucklilien. Die beliebte Kübelpflanze, die den botanischen Namen Agapanthus trägt, bereichert mit ihrer vielfältigen Schönheit in diesem Sommer in einer Sorten-Ausstellung in der Brunnenarena die Insel Mainau.

Die Blüten der afrikanischen Schmucklilie erinnern an ein Feuerwerk der Natur

Bereits im 17. Jahrhundert schmückte der Agapanthus, der sich aus den griechischen Wörtern agape (=Liebe) und anthos (=Blüte) zusammensetzt, königliche Gärten und Orangerien. Und auch heute noch zählt der Afrikanische Liebesstern zu den beliebtesten Kübelpflanzen. Mit reicher Blüte verschönern diese von Juli bis in den August hinein unsere Vorgärten, Balkone und Terrassen. Der Afrikanische Liebesstern (Agapanthus africanus) stammt aus dem südlichen Afrika, Lesotho, Swasiland und Mosambik und gehört zur sogenannten Kapflora. Die Samen der Pflanze haben sich weltweit auf natürliche Weise verbreitet, so dass sie nun auch in Europas, Amerikas und Australiens Gärten für Exotik sorgt.

Obwohl der Agapanthus im Deutschen mit Schmucklilie übersetzt wird, handelt es sich bei der blühfreudigen Staude mit kurzem Erdstamm, fleischigen Rhizomen und Büschelwurzeln nicht um ein Familienmitglied der Liliengewächse, sondern um ein Amaryllisgewächs. Man unterscheidet zwischen immergrünen und nicht immergrünen Agapanthus-Sorten. Die nicht immergrünen Sorten ziehen im Herbst ihre Blätter ein und überwintern als Wurzelstock, der dann im Frühjahr wieder neu austreibt.

Als Kübelpflanzen eignen sich vor allem die folgenden Arten: Agapanthus africanus, Agapanthus praecox und Agapanthus campanulatus.

Zahlreiche Einzelblüten sorgen für das üppige und beliebte Erscheinungsbild des Agapanthus

Schmuckgewächs in vielen Variationen

Die Farbe der Blütendolden, die aus zahlreichen Einzelblüten bestehen können, variiert von Dunkelblau über Violett bis hin zu strahlendem Weiß. Weltweit gibt es etwa 540 Sorten. Ein besonderer Blickfang ist die zweifarbige Sorte 'Twister', die einen blau-weißen Farbverlauf aufweist und erst seit kurzem auf dem Markt ist.

Erobert mit seinem zweifarbigen Verlauf sofort alle Agapanthus-Fans: die Sorte 'Twister'

Pflegeleichte Schönheit

Agapanthus stellt keine großen Ansprüche. Die leicht zu pflegende Kübelpflanze liebt im Sommer einen vollsonnigen Standort, gibt sich aber auch mit Halbschatten zufrieden. Eine gute, durchlässige Blumenerde ist ausreichend. Der pH-Wert im Boden sollte zwischen 6 und 7 betragen. Während der Hauptwachstumszeit zwischen April bis August sollten Sie den Agapanthus reichlich wässern, dabei sollte Staunässe vermieden werden. Düngen Sie ihn in diesem Zeitraum einmal pro Woche mit flüssigem Volldünger. Abgeblühte Stengel können problemlos nach der Blüte entfernt werden, da Schmucklilien nicht verholzen. Auch gelbe Blätter sollten abgeschnitten werden.

Aus eins mach zwei

Durch Teilung lässt sich das afrikanische Blühwunder vermehren.  Diese kann ganzjährig durchgeführt werden, der beste Zeitpunkt liegt aber zwischen März und April nach Beendigung der Ruhezeit. Beim Einkübeln darauf achten, dass der Wurzelballen nur mit einer dünnen Erdschicht bedeckt ist, ansonsten besteht Fäulnisgefahr.

Die Sorte 'Johanna Gärtner' ist winterhart und eignet sich deshalb für eine Pflanzung im Freiland

Wie man Agapanthus überwintert

Als Vertreter der afrikanischen Kapflora ist der Agapanthus nicht frosthart und muss deshalb wirksam vor Frost geschützt werden. Dabei gilt Folgendes zu beachten:

  • Hell und frostfrei bei 1-7° C (bei immergrünen Sorten)
  • Nicht immergrüne Sorten dunkel und kühl einlagern.
  • Je kühler die Überwinterung, desto größer die Blütenfülle im Sommer.
  • Die Wassergaben sollten auf ein Minimum reduziert werden, sprich den Wurzelballen nicht austrocknen lassen.

Bringen Sie Ihre Schmucklilien nach der Überwinterung so früh wie möglich wieder ins Freie. Dies kann bereits im April erfolgen, sobald keine frostigen Nächte mehr zu erwarten sind. Es empfiehlt sich den Agapanthus bei bewölktem Wetter aus dem Winterquartier zu holen, damit er sich langsam an die zunehmende Sonneneinstrahlung gewöhnen und Sonnenbrand der Blätter vermieden werden kann.

Weißblühende Agapanthus-Sorten wie 'Albus' oder 'White Heaven' wirken elegant und besonders edel

Tipp vom Mainau-Gärtner: Achten Sie beim Kauf von Schmucklilien vor allem auf gelbe Blätter, da dies ein Anzeichen von zu nassem Topfballen ist. Übrigens: Die Blüten des Agapanthus eignen sich auch gut als Schnittblumen und können sich bis zu zwei Wochen in der Vase halten.

Schlagwörter: Schmucklilie, Agapanthus, Kübelpflanze, Johanna Gärtner, Twister

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