Vom gelben Knirps zum amerikanischen Giganten

| Autor: Julia | Kategorie: Sommer 

Die Sonnenblume ist ein klassischer Allrounder: Es gibt sie als mehrjährige Staude oder einjährig zum Aussäen, sie ist gleichzeitig Zier- und Nutzpflanze, sie kann klein oder groß wachsen – und mit ihr geht einfach die Sonne auf!

Die Sonnenblume trägt ihren Namen nicht von ungefähr: Nicht nur erinnern ihre meist klassisch goldgelben Blüten an den zentralen Stern unserer Galaxie, sie richten sich auch nach der Sonne aus. Heliotropismus wird diese Eigenschaft genannt, nach derer die Blüten der Sonnenblume sich an sonnigen Tagen von Ost nach West drehen, um sich nachts und in der Morgendämmerung wieder nach Osten auszurichten.

Einjährige Pracht oder mehrjähriger Dauerbrenner

Helianthus annus, die einjährige Sonnenblume, kann man im April im Haus vorziehen oder ab Mai direkt in den Garten aussähen. Dazu legen Sie die Samen in einzelne kleine Pflanztöpfe oder direkt ins Beet mit 50 cm Abstand und bedecken sie mit 2 cm Erde. Durch eine gestaffelte Aussaat von April bis Juni können Sonnenblumen im Garten von Juli bis in den Herbst hinein blühen. Die Sonnenanbeterinnen benötigen viel Licht, Wasser und Nährstoffe, vertragen allerdings keine Staunässe. Mit Gruppen aus Sonnenblumen kann man sonnige Ecken im Garten aufwerten, die für andere Pflanzen ein schwieriger Standort sind – als Einzelpflanze können sie auch einen fröhlichen Akzent im Beet oder an Haus und Gartenzaun setzen.

Mehrjährige Staudensonnenblumen wie Helianthus decapetalus in verschiedenen Sorten, H. atrorubens, H. microcephalus und H. giganteus tragen von August bis September viele kleinere Blüten über buschigem Blattwerk.

Flauschiger Auftritt: Die Sonnenblumensorte 'Teddy Bär'

Gelber Knirps und amerikanischer Gigant: Sortenvielfalt

Die Sortenvielfalt der einjährigen Sonnenblume ist besonders reich: Es gibt sie von 30 bis 500 cm hoch und in Farbtönen von schwefel- bis goldgelb über orange bis rotbraun oder auch zweifarbig. Ihre Blüten können einfach oder gefüllt und ihr Wuchs in unterschiedlichen Verzweigungen ausgeprägt sein.

  • Größenvielfalt: Die Riesensonnenblume ʻAmerican Giantʻ wird 400-500 cm groß, während der gefüllte ʻGelbe Knirpsʻ 30 bis 60 cm erreicht. Die Zwergsonnenblume ʻPacino Colaʻ wird 15 bis 30 cm hoch und ist daher gut geeignet zur Balkon- und Kübelbepflanzung.
  • Die pollenfreien ʻSunrich Lemonʻ und ʻSunrich Orangeʻ werden 150-200 cm hoch und sind als Schnittblume gut für Allergiker geeignet.
  • ʻGolden Hedgeʻ ist eine verzweigte mehrblütige Sorte, die 120-150 cm erreicht.
  • ʻVelvet Queenʻ hat eine auffallende dunkelrotbraune Färbung und wird ebenfalls 120-150 cm groß.

Sonniger Snack und Schönheit in der Vase

Schon Vincent van Gogh verewigte Sonnenblumen in der Vase in einer berühmten Gemäldeserie. Für die Verwendung als Schnittblume sollten Sonnenblumen dann ins Haus geholt werden, wenn die Blüten sich bereits geöffnet haben. Entfernen Sie die Blätter fast vollständig, da sie reichlich Wasser verdunsten. Um eine längere Haltbarkeit zu erreichen, tauchen Sie das Stielende einfach kurz in heißes Wasser, bevor die Schönheiten in die Vase kommen.

Die Sorte ʻPrado Goldʻ zeigt sich kombistark im Sommerbeet

Sonnenblumenkerne werden im Zentrum der Blüte gebildet und zur Ölgewinnung angebaut. In Müsli oder Salat sind die Samen kleine, fein-nussig schmeckende Nährstofflieferanten. Egal, ob Sie Ihre Sonnenblumenkerne gerne selber essen oder heimischen Vogelarten überlassen möchten: Die spezielle Sorte ʻSnackʻ bildet zarte und große Kerne mit dünner Schale aus. Sonnenblumenkerne können übrigens auch als Keimsprossen gezogen werden und auch die Blütenblätter können Sie in der Küche – zum Beispiel als Tee – verarbeiten.

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