Summ- und Krabbelparadies im Garten

| Autor: Julia | Kategorie: Sommer 

Artenärmere Wiesen und Monokulturen auf Ackerflächen machen kleinen Fliegern, Krabblern und Summern das Leben zunehmend schwer. Dabei sind ihre Bestäubungsleistung und ihre Arbeit gegen Schädlingsinsekten sehr wichtig. Ein kleines Refugium im eigenen Garten zu bieten ist glücklicherweise gar nicht so schwer – flatternde Schmetterlinge, fröhlich summende Käfer und ein garteneigener Pflanzenschutztrupp sind die Belohnung!  

Verführung im Gemüsebeet

Dass heimische Pflanzenarten mit ungefüllten Blüten für Blütenbesucher besonders geeignet sind, da sie dort mehr Nahrung finden können, ist eine wichtige Grundregel. Die Vorliebe für Küchenkräuter, die wir mit der Insektenwelt teilen, dürfte allerdings weniger bekannt sein. Die Blüten von Minze, dauerblühendem Strauchbasilikum, Oregano und Thymian in Garten oder auch Balkonkasten sind gern gesehene Anflugstationen. Auch Nutzpflanzen im Garten können Sie für Insekten blühen lassen: Fenchel, Möhren, Dill, Porree oder Pastinake sind kleine Summ-Magnete.

Wiese, Blume, Strauch – blühende Anziehungspunkte

Sommerliche Blumenwiese im Mainauer Insektengarten mit Blick auf den Platanenweg 5

Blumenwiesen zum Aussäen sind oft der Einstieg in einen insektenfreundlichen Garten. Sie wirken besonders farbenfroh auf uns Menschen, doch langlebige heimische Pflanzenarten sind für Insekten auf lange Sicht noch besser geeignet. Lassen Sie also einen strategisch schön platzierten Teil ihrer Wiese gerne mal ganz in Ruhe stehen – das mag zwar unspektakulär wirken, ist aber super für die kleinen Flieger.

Ein Klassiker, den besonders Schmetterlinge lieben, ist blühender Sommerflieder (Buddleja); richtig viel Futter für Bienen bietet Tetradium daniellii, der Bienenbaum – er wird allerdings bis zu 20 Meter hoch! Haben Sie eine Mauer oder alte Schuppenwand, der noch ein grünes Kleid fehlt? Unterschlupf und Futter für Insekten bietet zum Beispiel das blühende heimische Efeu, das gerne an einer Wand oder auch an großen Bäumen hochwachsen darf.

Ein Fest für Bienen – halbgefüllte Dahlie in der Dahlienschau auf der Mainau

Ein Garten mit möglichst vielen verschiedenen Pflanzenarten bietet Hummel, Schmetterling, Wildbiene, Schwebfliege, Käfer und co. einen optimalen Ersatzlebensraum zu ursprünglichen Wiesen. Geht es in den Herbst, sind ungefüllte Dahlien, Herbstastern und Staudensonnenblumen ein Insektenschmaus. Nachtkerze, Phlox und Weiße Lichtnelke mögen besonders Nachtfalter gerne – die wiederum haben manchmal spektakuläre Raupen, an denen kleine und große Kinder sich freuen können.

Der Sonne entgegen: Staudensonnenblume

Wohlfühloase für kleine Helfer

  • Die oberste Regel bei einem insektenfreundlichen Garten ist, dass Sie möglichst auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten. Auch biologische Mittel wie Neem, ölhaltige Mittel und Pflanzenseifen können Nützlinge dezimieren. Auf der anderen Seite sind in einem Garten mit einer gesunden Nützlingspopulation von beispielsweise Marienkäfer, Florfliege und anderen Insekten auch weniger Pflanzenschutzmaßnahmen nötig, da diese selbst gegen Schadinsekten zu Felde ziehen.
  • Um sie zu unterstützen, sind neben Futterquellen auch Nistmöglichkeiten wichtig. Lassen Sie abgestorbene Pflanzenstängel gerne bis in den späten Frühling stehen, hier können Insekten überwintern.
  • Alte Nistkästen bieten ebenso Schutz wie selbstgebastelte Insektenhotels aus Pflanzenteilen, Holz oder Lehm.
  • Florfliegenhäuser sollten für ein gemütliches Zuhause am besten mit Stroh gefüllt werden.
Herrlicher Hingucker fürs Staudenbeet: Phlox im Mainauer Staudengarten

Tipp:
In den Saisonalen Gärten auf der Insel Mainau, in denen jährlich studentische Gartenentwürfe präsentiert werden, gibt es in diesem Jahr den Garten „Secret Gardeners“ zu sehen. Dort gibt es, ebenso wie im Insektengarten der Insel Mainau einige Schritte weiter, wertvolle Informationen zur Bestäubungsleistung der Biene.

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