Vandastisch: Eine Hommage an die Vanda-Orchidee

| Autor: Verena | Kategorie: Frühling  Sommer  Herbst  Winter 

Sie steht nicht nur bei der Orchideenschau „Orchideen – ganz barock“ der Insel Mainau im Mittelpunkt. Auch sonst fällt sie durch ihre großen und einzigartigen Blüten sowie ihre außergewöhnliche Farbgebung auf. Die Diva unter den Orchideen lässt sich gerne mal hängen – und wir haben gar nichts dagegen. Im Gegenteil: Wir lieben die Vanda!

Wäre die Vanda bei uns schon zu Zeiten des Barocks bekannt gewesen, so wären sicherlich schon damals die europäischen Königshäuser dieser exotischen Blumenschönheit verfallen. Hübsch ist sie, das steht außer Frage: Ihre Blüten sind groß, farbig gesprenkelt und es gibt sie in verschiedenen rosa, pinken, blauen und goldenen Farbnuancen. Eigentlich genau das Richtige für die opulente Zeit des Barocks, in der viel Gold und Stuck einfach dazugehörten.

Aber die Kombination Vanda und Barock war damals so leider noch nicht möglich. Das lag einerseits daran, dass sich die Heimat des  Juwel der Orchideen im asiatischen Raum befindet: Indien, Philippinen und die nordöstlichen Küstenregionen Australiens bilden die äußersten Grenzen der Vanda-Heimat. Im Herzen dieser geografischen Zone liegen Myanmar, das nördliche Thailand und die chinesische Provinz Yünnan – hier weist die Vanda übrigens die größte Artenvielfalt auf. Es gibt über 50 Arten der Vanda.

Die Vanda: eine der wenigen Blumen die eine natürliche Blaufärbung aufweisen

Aber zurück zur Reise der Vanda nach Europa
Reisende aus China berichteten zwar bereits im 17. Jahrhundert von der Vanda und später beschrieb der Deutsche Botaniker Georg Everhard Rumphius die ersten 5 Vanda-Arten: Vanda helvola, Vanda insignis, Vanda concolor, Vanda limbata und Vanda tricolor. Aber bis zu uns schaffte sie es damals leider noch nicht. Die Vanda ließ also auf sich warten – und wir warteten natürlich gerne:

Die Vanda mag es eher tropisch und für solche Verhältnisse war unser Kulturraum nicht wirklich bekannt. Erst 1817 gelang es dem Engländer Sir Joseph Banks eine Vanda im kalten, regnerischen England zum Blühen zu bringen. Dafür benutzte er ein dunkles, überheiztes Gewächshaus, um die tropischen Verhältnisse der Vanda-Heimat nachzuahmen. Er war erfolgreich und legte damit den Grundstein für die britische Orchideenkultur.

Und heute finden wir Vandeen (oder auch Vandas) in Gartencentern oder Baumärkten, in Blumenläden und floristischen Arrangements. Hier fällt besonders eine Vanda durch ihre blaue Farbgebung auf, die Vanda coerulea.

In der Orchideeschau 2016 auf der Insel Mainau sind Vanda-Naturformen und -Hybriden an einem
Kronleuchter zu sehen

Zu Vandas‘ Diensten – Sie lieben es feuchtfröhlich!
Wie lebt nun aber eine Vanda und wie können wir ihren Aufenthalt im heimischen Wohnzimmer so angenehm wie möglich gestalten?

  1. Vandeen werden als Epiphyten bezeichnet. Klingt wie Parasit, ist sie aber in keinem Fall. Epiphyten sind sogenannte Aufsitzerpflanzen. Das Besondere daran ist, dass sie auf Bäumen wachsen und Luftwurzeln ausbilden. Und mit diesen Wurzeln werden Wasser und Nährstoffe aus der feuchten Luft aufgenommen.
  1. Damit wären wir schon bei Punkt 2: Vandeen lieben Feuchtigkeit, sie sind eine Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent gewöhnt. Aber wo hat man solche Verhältnisse in der eigenen Wohnung? In der Dusche? Da sieht die Vanda aber niemand und sie bekommt nicht genug von dem für sie so wichtigen Licht. Die Lösung ist ganz einfach: regelmäßiges Besprühen der Wurzeln oder Eintauchen in ein Regenwasser-Bad. Wichtig dabei ist dann aber, dass die Wurzeln die Möglichkeit zum Lufttrocknen haben.
  1. Im Gegensatz zu uns, dürfen sich Vandeen einfach mal hängen lassen, denn das machen sie 'in freier Wildbahn' genauso – am Baum hängen. Dabei wachsen sie in Richtung Licht, deshalb wirft die Vanda die untersten Blätter auch immer wieder ab. Das ist nicht schlimm, sondern einfach nur ihr natürliches Verhalten. Aber wichtig zu beachten ist, die Luftwurzeln nie gänzlich austrocknen zu lassen. Dicke Wurzeln mit grünen langen Spitzen sind ein Zeichen für gutes Wachstum.

Fazit:
Wenn wir der Vanda ein gemütliches Heim bieten, in dem sie hängen oder sich alternativ in einem luftigen, lichtdurchlässigen Glasgefäß aufhalten kann, wenn wir ihr dabei eine Mindestluftfeuchtigkeit von 60 Prozent bieten, ihr einmal in der Woche ein Wellness-Bad mit weichem Wasser gönnen, täglich ihre Luftwurzeln besprühen, sie niemals einer Temperatur von unter 15 Grad Celsius aussetzen und ihr einen hellen Standort ohne direkte Mittagssonne einrichten, dann, ja dann wird sie einfach nur vandastisch.

 

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