Winterliche Stimmungsmacher

| Autor: Markus Zeiler | Kategorie: Winter 

In den Wintermonaten ruht sich die Natur aus und sammelt ihre Kraft. Wir machen das gerne mit Tee, Buch und Kuscheldecke vor dem warmen Holzofen, draußen ergibt das am oft winterlich-nebligen Bodensee eine ziemlich triste grau-braun-dunkelgrüne Farbpalette. Aber halt – wenn wir uns die Pudelmütze aufsetzen und mal für eine frostige Entdeckungstour in Richtung Garten losziehen, gibt es doch ein paar Farbtupfer zu entdecken!

Zaubernüsse vor Alpenkulisse im Ufergarten der Insel Mainau

Knallbunter Strubbelblütenstrauch

Vor allem was ihre Leuchtkraft angeht, ist die Zaubernuss ein absoluter Dauerbrenner in der verschneiten Gartenlandschaft. Ihre strubbeligen Blüten in knalligem Sonnengelb, Leuchtorange und Zinnoberrot sind ein echter Weckruf aus dem Winterschlaf. Ursprünglich kommt das Gewächs mit dem wunderschönen Namen aus Nordamerika (Frühlingszaubernuss Hamamelis vernalis und Virginische Zaubernuss Hamamelis virginiana) und Asien (Chinesische Zaubernuss Hamamelis mollis und Japanische Zaubernuss Hamamelis japonica). Eigentlich ist sie gar keine Nuss, aber ähnelt im Wuchs dem Haselstrauch.

Unsere heutigen Sorten für den Garten sind meistens Kreuzungen der asiatischen Arten, sie werden am liebsten im Herbst in einen lockeren Boden mit hohem Humusanteil gepflanzt. Damit sie so richtig zur Geltung kommt, sollte man ihr einen eigenen Platz mit Entfaltungsraum suchen, dafür ist die Zaubernuss aber auch eine Überlebenskünstlerin: Ihre zarten Blüten ziehen sich bei Temperaturen bis –10° C zusammen und bleiben so vom Frost unbeschädigt. Sie kommen je nach Witterung zwischen Dezember und Januar zum Vorschein. Die Blätter und Rinde der Zaubernuss haben übrigens entzündungshemmende Wirkung bei vielen Hautkrankheiten und waren dafür schon bei den indigenen Völkern der heutigen USA bekannt.

Viburnum x bodnantense ‘Dawn’

Dufte Kameraden

Der Schneeball, zum Beispiel Viburnum x bodnantense ‘Dawn’, möchte auch einzeln in Szene gesetzt werden. Wenn das Wetter mitspielt, dann kann das Moschuskrautgewächs von November bis März blühen. Seine Blüten sehen in geschlossenem Zustand aus wie kleine pinke Beeren, wenn sie sich öffnen sind sie weiß und rosa – und seine Blüten duften sogar noch dazu. Achtung beim Rückschnitt: Der Schneeball blüht nur an zweijährigen Trieben.

Auch weiße und rosa Blüten zeigt die spät blühende Winterkirsche Prunus subhirtella ‘Autumnalis’ zu einer ähnlichen Zeit wie der Schneeball. Ein Kleid aus hellgelben, glockenförmigen und duftenden Blüten trägt die aus China stammende Winterblüte Chimonanthus praecox von Dezember bis März. Sie ist eher empfindlich und liebt einen warmen geschützten Standort. Wenn man ein wenig Geduld mit ihr hat und sie älter wird, dann steigt auch ihre Toleranz für Frost.

Korkenzieherhasel im eiskalten Kleid

Verwirbelte Schönheit

Blüten im Winter sind schon was Tolles! Auch eine aparte Figur gibt allerdings die Korkenzieherhasel (Corylus avellana ‘Contorta’) aus der Familie der Birkengewächse mit ihrem eigenwilligen Wuchs ab. Auf ihren verdrehten Zweigen bleibt der Schnee in besonders hübschen Formen liegen und wenn es dann in Richtung Ostern geht, kann man daraus auch einen tollen Osterstrauß zaubern. Ab Februar trägt sie gelbliche Kätzchen. Nüsse gibt sie erst ab dem zehnten Jahr her, dafür ist sie ziemlich pflegeleicht. An sonnigem oder halbschattigem Standort (und wie die anderen Winterstars am besten in Einzelpflanzung) mag sie einen feuchten und nährstoffhaltigen Boden. In den ersten drei Jahren möchte die junge Hasel einen Winterschutz aus Bast oder Jute. Für Allergiker besteht bei dieser verwirbelten Schönheit allerdings akute Niesgefahr!

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