Blütensträucher schneiden

| Autor: Verena | Kategorie: Frühling  Sommer 

Blütensträucher setzen Akzente im Garten. Doch warum sollten die Ziergehölze mit den auffallenden Blüten regelmäßig geschnitten werden? Die Antwort ist einfach: Mit einem gezielten Schnitt können Sie die Blühfreudigkeit der Ziersträucher erhalten. Wie das geht und was Sie beachten sollten, verraten wir Ihnen hier im Blog.

Forsythien werden wegen ihrer gelben Blütenpracht auch Goldglöckchen genannt. Den Rückschnitt führt man erst nach der Blüte durch. Bild: Encierro / shutterstock.com

Warum schneiden?
Viele werden jetzt denken, dass in der freien Natur die Sträucher ja auch ohne Eingriffe blühen und fruchten, warum also schneiden? Die Antwort ist einfach, die Blütensträucher in unseren Gärten sind gegenüber ihren „wilden“ Vorfahren meist Vielfachkreuzungen aus vielen verschiedenen Arten und wiederum deren Kreuzungen. Sie haben deshalb nicht mehr viel mit ihren Vorfahren gemeinsam, meist wachsen und blühen sie schwächer. Mit einem gezielten Schnitt lässt sich die Blühfreudigkeit jedoch erhalten.

Wann schneiden?
Es kommt darauf an, wann die Sträucher blühen. Frühlingsblütensträucher wie Goldglöckchen (Forsythia), Blutjohannisbeere (Ribes sanguineum), Flieder (Syringa) oder Mandelbäumchen (Prunus triloba) werden gleich nach der Blüte im April beziehungsweise Mai geschnitten. Mit Sommerblühern wie Pfeifenstrauch (Philadelphus), Gefüllter Schneeball (Viburnum opulus) oder Weigelien (Weigelia) verfahren Sie genauso. Der Schnittzeitpunkt liegt dann im Sommer.

Flieder gehört mit zu den beliebtesten Ziergehölzen im Bauerngarten und blüht am zweijährigen Holz

Sträucher, die am einjährigen Holz blühen, also an den diesjährig frisch gebildeten Trieben, werden im Spätwinter bis Vorfrühling geschnitten. Zu ihnen gehört u.a. auch der Schmetterlings- oder Sommerflieder (Buddleja davidii), die Bartblume (Caryoptis), Säckelblume (Ceanothus) und der Roseneibisch (Hibiscus syriacus).

Es gibt aber auch Sträucher, die keinen Rückschnitt benötigen. Dazu gehören u.a. Magnolien (Magnolia), Blumenhartriegel (Cornus) und Zaubernüsse (Hamamelis). Sie blühen auch ohne Schnitt üppig und werden von Jahr zu Jahr immer schöner.

Magnolien gehören zu den Gehölzen, die eigentlich keinen Schnitt benötigen. Kranke und alte Äste sollten dennoch regelmäßig entfernt werden

Wie schneiden?
Grundsätzlich werden all die Zweige entfernt, die vertrocknet, nach innen gewachsen oder gekreuzt gewachsen sind. Der Rückschnitt sollte möglichst tief erfolgen. Mit einer scharfen Gartenschere oder Säge schneiden Sie die Äste bis zum Ansatz ab, ohne dabei einen Stumpf zu hinterlassen. Im Bereich des Schnittes treiben die Sträucher wieder stark aus. Das Austreiben der Sträucher an dieser Stelle wird im Folgejahr als 2-jähriges Holz bezeichnet.

Ist ein Strauch überaltert und bringt deshalb keine neuen Triebe und Blüten hervor, ist ein radikaler Rückschnitt empfehlenswert. Dazu werden alle Äste bis zum Ansatz der ersten Verzweigung bis auf ein kleines Ende entfernt, so dass sich der Strauch komplett von der Basis erneuern kann. Diesen starken Eingriff können Sie vor oder nach der Blüte durchführen. Beachten Sie dabei, den Strauch nicht bodeneben mit der Säge einzukürzen, da sonst ein unkontrollierter Austrieb begünstigt wird und der Strauch später im Aussehen einem Besen gleicht.

Nach der Blüte, ist die beste Zeit um Forsythien zurückzuschneiden, damit sie im Folgejahr wieder ihre goldgelbe Blütenpracht tragen können

Womit schneiden?
Geschärfte und in allen beweglichen Teilen geölte Gartenscheren sind als Werkzeuge zum Schnitt geeignet. Beim Schnitt von dicken Ästen empfehlen sich Sägen mit Japanschliff oder Astscheren.

Tipp: Sie planen einen neuen Strauch in Ihren Garten zu pflanzen? Informieren Sie sich vorab darüber, welche Größe der Strauch erreichen wird, damit Sie genügend Platz einplanen beziehungsweise bei zu wenig Platz auf neuere Sorten mit schwächerem Wuchs ausweichen können.

Schlagwörter: Rückschnitt, Forsythie, Flieder, Magnolie, Sträucher, Winterschnitt, Gehölzschnitt

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