Rhododendron – Standort und Pflege

| Autor: Andrea | Kategorie: Frühling  Sommer 

Auf der Insel Mainau zeigen Rhododendren gerade wieder ihre ganze Farbenpracht. Damit auch Sie viel Freude an Ihren Rhododendren im Garten haben, fassen wir die häufigsten Fragen, die zum Thema Rhododendron-Kultur an das Grüne Telefon gestellt wurden, hier für Sie zusammen. 

Rhododendronblüte auf der Insel Mainau

Seit einigen Jahren habe ich Rhododendren im sonnigen bis halbschattigen Bereich gepflanzt - leider ohne großen Erfolg. Die Pflanzen sind trotz Düngung kaum gewachsen. Liegt es vielleicht daran, dass der Boden ziemlich lehmig ist?

Lehmiger Boden führt dazu, dass den Pflanzenwurzeln wenig Sauerstoff zur Verfügung steht und sie sehr schnell unter Staunässe leiden. Geringes Wachstum oder das Absterben der Pflanze ist die Folge. Rhododendren gehören zu den Moorbeetpflanzen. Grundvoraussetzung für ein gesundes Wachstum ist ein lockerer, humoser, durchlässiger Boden mit einem pH-Wert von 4.5-5.5. Sogenannte INKARHO Rhododendren (INteressengemeinschaft KAlktoleranter RHOdodendron unter www.inkarho.de) sind auf einer kalktoleranteren Unterlage veredelt und gedeihen auch bei einem pH-Wert bis 7.5. In Gegenden, wo der pH-Wert im Boden höher liegt, muss bei der Pflanzung die Gartenerde bis in eine Tiefe von 40-60 cm ausgetauscht und durch Rhododendronerde ersetzt werden. In Trockenzeiten wird mit kalkfreiem Wasser (Regenwasser) gegossen. Eine etwa 3 cm dicke Mulchschicht reduziert die Verdunstung und bewirkt, dass der Wurzel­bereich gleichmäßig feucht bleibt. Gedüngt wird im April mit einem sauer wirkenden Rhododendron-Langzeitdünger nach Anleitung und ein zweites Mal Ende Juni, falls die Wirkungsdauer des Düngers unter 5 Monaten liegt. Die meisten Rhododendron-Arten und -Sorten wünschen einen halbschattigen, zeitweisen sonnigen Standort, Hitze und Trockenheit werden nicht toleriert.

Kann man Rhododendron schneiden?

Rhododendren müssen nicht regelmäßig geschnitten werden, die Höhe lässt sich über die Sortenwahl festlegen. So können Großblumige Hybriden wie beispielsweise ‘Cunninghams White‘ eine Höhe von 4 m und eine Breite von bis zu 5 m erreichen. Langsamwüchsige Sorten und Yakushimanum-Hybriden werden hingegen nur etwa 0,8-1,5 m hoch und breit. Letztere eignen sich auch für sonnigere Standorte. Entfernt werden nur die abgebrochenen Zweige und abgeblühte Blütenstände, die mit der Hand direkt nach der Blüte ausgebrochen werden. Sollte die Pflanze über die Jahre etwas zu ausladend gewachsen sein, kann ein leichter Rückschnitt (max. ein Drittel) nach der Blüte erfolgen. Hierfür den Schnitt immer kurz über einem Seitentrieb durchführen. Ein radikaler Verjüngungsschnitt bis ins alte Holz kann durchgeführt werden, wenn die Pflanze altersbedingt weniger wüchsig ist und sich lichtet. Allerdings sollten dann die Standort- und Pflegebedingungen optimal sein, um eine gute Regeneration zu gewährleisten. Dazu schneidet man die ältesten Triebe im zeitigen Frühjahr vor der Blüte bis zur Hälfte zurück. Die Düngemenge sollte dann der neuen Pflanzengröße angepasst werden, vor allem, wenn nach dem Schnitt kaum Blattmasse vorhanden ist. Ein Übermaß an Dünger kann zu starken Schäden an der Pflanze führen.

Um die Verdunstungsfläche im Winter zu verkleinern, rollen Rhododendren ihre Blätter zusammen und lassen diese hängen

Wenn ich im Winter meine Rhododendren sehe, haben sie häufig hängende, eingerollte Blätter? Mache ich in der Pflege etwas falsch?

Nein, Rhododendren rollen bei Temperaturen unter -8 °C ihre Blätter als Schutzmaßnahme ein und lassen sie nach unten hängen, um ihre Verdunstungs­oberfläche zu verkleinern.

Die jungen Blätter sind stark aufgehellt-die Blattadern grün. Ein Hinweis auf Eisenmangel.

Die jüngeren Blätter meiner Rhododendren sind gelb mit grünen Adern? Muss ich düngen?

Rhododendren gedeihen in humosen, kalkarmen Böden. In diesen niedrigen pH-Bereichen ist der Pflanzennährstoff Eisen gut verfügbar. Dies ist ein wichtiger Baustein für die Bildung von Chlorophyll (Blattgrün). Bei hohen pH-Werten und bei Verwendung von kalkhaltigem Gießwasser wird Eisen im Boden gebunden und kann von der Pflanze nicht mehr über die Wurzeln aufgenommen werden. Es kommt zu einem Eisenmangel, der sich durch eine Blattaufhellung bei gleichzeitig grünen Blattadern äußert. Vorbeugend sollte bei der Pflanzung deshalb Moorbeeterde verwendet werden. Sie kann auch als Mulchschicht auf den Wurzelbereich ausgebracht werden. Zum Gießen nimmt man am besten kalkarmes Regenwasser, gedüngt wird mit einem sauer wirkenden Rhododendrondünger. Gegen akuten Eisenmangel kann ein spezieller Eisendünger, der über das Blatt gesprüht wird, zum Einsatz kommen.

Weitere Informationen:
Deutsche Rhododendron-Gesellschaft e.V.

Schlagwörter: Rhododendron, Eisenmangel, Pflege, Rückschnitt, Düngen

 

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