Wie bringe ich mehr Schmetterlinge in meinen Garten?

| Autor: Marian | Kategorie: Frühling  Sommer 

Ein Garten voll bunter Schmetterlinge – wer wünscht sich das nicht? Hierfür ist es jedoch wichtig zu wissen, dass die meisten Schmetterlinge äußerst kurzlebige Tiere sind, die den Großteil ihrer Lebenszeit im Ei-, Raupen- und Puppenstadium verbringen. Somit braucht es für einen schmetterlingsreichen Garten nicht nur die richtige Blütenpracht für den ausgewachsenen Falter, sondern es sollte auch ein geeignetes Umfeld für Schmetterlingsraupen geschaffen werden.

Kaisermantel (Argynnis paphia)

Schmetterlingsraupen bevorzugen heimische Laubpflanzen
Raupenfreundliche Gärten entstehen, einfach gesagt, durch bestmöglichen Einsatz heimischer Laubpflanzen. Unsere heimischen Schmetterlinge legen ihre Eier nämlich nur auf ausgewählte Pflanzenarten und die wenigsten ihrer Raupen besiedeln Nadelbäume. Weil die meisten Raupen nur an ganz bestimmten Pflanzen fressen und zahlreiche Feinde haben, brauchen Sie sich auch nicht wegen eines großen Schädlingsbefalls sorgen. Beispielsweise ist der aus Asien stammende Buchsbaumzünsler eine invasive Art, die in unseren Breiten nur wenige Fressfeinde hat, weshalb er sich schnell ausbreitet. Einige Fraßspuren an Blättern muss man freilich dennoch tolerieren können.

Aber was würde der „bestmögliche“ Einsatz heimischer Laubpflanzen bedeuten? Kaum einer wird den eigenen Garten in naturnahe, teils verbuschte Magerwiesen umwandeln, auch wenn dies ein ideales Habitat für heimische Tagfalter darstellt. Eine intakte Magerwiese birgt zahlreiche heimische Kräuter, die Schmetterlinge zur Eiablage anziehen. Darunter sind viele kleinere Tagfalter, wie etwa Bläulinge, das Ochsenauge und der Postillion, dessen Raupe unter anderem an Klee, Wicke und Luzerne frisst. Je nach Standort ist es allerdings nicht unbedingt leicht, im eigenen Garten eine Magerwiese zu etablieren, und auch nicht immer gewünscht.

Was ist eine Magerwiese? „Mager“ bezieht sich auf den Nährstoffgehalt der Wiese. Mit Nährstoffen sind Pflanzennährstoffe gemeint, allen voran Stickstoff.

Um auch ohne große Wiese die Chance auf zahlreiche Schmetterlinge im Garten zu erhöhen, können einzelne, speziell hierfür ausgewählte Pflanzenarten eingesetzt werden, die Falter zur Eiablage anziehen. Der Erfolg hängt freilich noch davon ab, wie naturnah das Umfeld des Gartens ist und einige gute Raupenpflanzen sind auch nicht unbedingt „schön“ in unserem Sinne.

Ein Beispiel ist die Brennnessel (Urtica dioica), die auch in feuchten, nährstoffreichen, schattigen Gartenarealen gedeiht und einer Vielzahl an schönen Tagfalterarten als Raupenpflanze dient, insbesondere aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Hierzu zählen das Tagpfauenauge (Inachis io), das Landkärtchen (Araschina levana), der Kleine Fuchs (Aglais urticae) und der sehr prächtige Admiral (Vanessa atalanta), deren Raupen fast ausschließlich Brennnesseln fressen. Auch verschiedene Küchenkräuter sind hervorragende Raupenpflanzen, wie etwa Möhren (Daucus carota) und Dill (Anethum graveolens), deren Kraut von den bunt gefärbten Raupen des wunderschönen Schwalbenschwanzes (Papilio machaon) gefressen wird. Selbstverständlich darf hier auch der Kohl als Fraßpflanze des Großen und des Kleinen Kohlweißlings (Pieris brassicae und P. rapae) nicht fehlen.

Die Raupen des Schwalbenschwanzes fressen gerne Küchenkräuter wie z.B. Dill

Fertige Schmetterlinge lieben nektarreiche Blütenkelche
Die Speisekarte der meisten blütenbesuchenden Tagfalter ist weniger streng als die ihrer Raupen. Als wichtigste Voraussetzung gilt, dass die Blüte eine Kelchröhre besitzt, sodass der Schmetterling seinen Saugrüssel in die Blüte stecken kann, um an den Nektar zu gelangen. Ein bekanntes Beispiel für diese Blütenform liefert der Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii), ein aus China und Tibet stammender Zierstrauch. Weitere Blüten, die von Schmetterlingen besucht werden, haben unter anderem Lavendel und verschiedene andere Lippenblütler sowie der Sonnenhut. Gerade bei geringem Platzangebot empfiehlt es sich somit, auf Blütenpflanzen zu setzen, die Schmetterlinge anlocken. Hierfür werden im Handel verschiedene Blühmischungen angeboten. Viele Schmetterlinge saugen aber auch an feuchten Stellen am Boden, wo sie Mineralstoffe aufnehmen und eine große Zahl an Nachtfaltern hat gar keine Mundwerkzeuge mehr, weshalb die fertigen Tiere gar keine Nahrung mehr zu sich nehmen.

Der prächtige Schwalbenschwanz (Papilio machaon) legt seine Eier unter anderem auf Küchenkräuter aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), darunter Möhren und Dill.

Fazit: Die Möglichkeiten hängen vom Garten ab
Aufgrund verschiedener Einflüsse ist nicht jeder Garten automatisch die ideale Brutstätte für eine große Vielfalt an Schmetterlingen. Folgende Hinweise helfen allerdings bei der Einschätzung:

Befindet sich mein Garten auf dem Land oder in der Stadt? Ein Stadtgarten muss nicht gleich artenarm sein. Wenn sich in Ihrer Wohnumgebung zum Beispiel einige Brachflächen (unbebautes Gebiet), Parks oder Wäldchen befinden, erhöht das die Wahrscheinlichkeit auf zahlreiche Schmetterlingsbesuche in Ihrem Garten. Umgekehrt kann auch ein ländlicher Garten artenarm sein, zum Beispiel, weil er sich in der Nähe von intensiv bewirtschafteten Landwirtschaftsflächen befindet.

Mit seinem kolibriartigen Flug ist das Taubenschwänzchen leicht zu erkennen. Der Name rührt von der Form seines Hinterleibs her, dessen Haarbüschel an Taubenfedern erinnern.

Wie groß ist mein Garten? Stehen Ihnen nur einzelne Balkonkästen oder kleine, in Stein gerahmte Beete zur Verfügung, soll das kein Hindernis sein, jedoch empfiehlt es sich, dann ein paar Anpassungen vorzunehmen. So werden sich hier kaum Schmetterlinge zur Eiablage niederlassen, sehr wohl können sie jedoch mit Nektarpflanzen zum Trinken angelockt werden (siehe oben). Ein etwas größerer Kleingarten erlaubt das gezielte Setzen ausgewählter Futterpflanzen für die Raupen, wenngleich hierbei das Umfeld des Gartens für den Erfolg entscheidend ist. Bei einem großen Garten wäre auch die Entwicklung einer Magerwiese möglich, ist jedoch abhängig von Standort und Bodenbeschaffenheit (möglichst sonnig und nährstoffarm), indem nur zweimal jährlich gemäht und das Heu entfernt wird.

Schlagwörter: Schmetterlinge, insektenfreundlich, Raupenpflanzen, Nektarpflanzen, Magerwiese

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