Der Igel

| Autor: Marian | Kategorie: Herbst 

Wer kennt ihn nicht, den stacheligen Garten-, Flur- und Waldrandbewohner mit der in Europa einzigartigen „Frisur“? Rund um die Welt gibt es verschiedene Tiere, deren Haare zu Stacheln umgewandelt sind, darunter Stachelschweine und Schnabeligel. Hier in Europa machen sein Aussehen und seine auffallende Furchtlosigkeit beim nächtlichen Umherstreunen den Igel zu einer weithin bekannten Säugetierart, die in unseren Breiten nur wenige Fressfeinde hat.

Beim ersten Frost beginnt der Igel seine Suche nach dem passenden Winterschlafplatz. Kuschlig, warm und windgeschützt hat er es im bunten Herbstlaub besonders gern.

Was macht der Igel im Garten?
Beim Igel handelt es sich um einen Insektenfresser, auf dessen Speiseplan verschiedenste wirbellose Tiere stehen, darunter auch Regenwürmer und Engerlinge, weshalb er häufig das Erdreich aufgräbt. Im Gegensatz zum Maulwurf, der ebenfalls hinter Regenwürmern und verschiedenen bodenbewohnenden Gartenschädlingen her ist, wühlt der Igel dabei keine Hügel auf. Die Schäden durch Aufgraben von Erdreich, häufig in Form eines spitzen Pfeils, können dennoch beträchtlich sein – verzeihen Sie es ihm, denn insgesamt ist der Igel ein sehr wertvoller Nützling. Dadurch, dass Igel meist erst mit der Dämmerung und in der Nacht aktiv werden, sind sie am ehesten anzutreffen, wenn der Herbst beginnt und die Tage wieder kürzer werden. 

Ist der Igel bedroht?
Bedroht ist der Igel noch nicht, allerdings wird sein Lebensraum durch die zunehmende Bebauung und Faktoren wie Pestizide in Gartenanlagen eingeschränkt. Beim Igel handelt es sich um einen sogenannten Kulturfolger, d.h. er profitiert in gewissem Maße von der Ausbreitung des Menschen. Zu diesen Kulturfolgern zählen auch viele unangenehme Zeitgenossen, darunter Ratten und Marder, im Gegensatz zu diesem sind dem Igel aber keine negativen Aspekte zuzuschreiben. Als nützlicher Gartenbesucher ist er gerade in den Herbst- und Wintermonaten darauf angewiesen, nicht nur Zugang zu ausreichend Futter zu erhalten, sondern auch einen passenden Unterschlupf für seinen Winterschlaf zu finden.

Klein und stachelig erkundet der Igelnachwuchs Wald und Garten.

Ein kuscheliges Nest für den Winter
In einem naturnahen Garten wird der Igel schnell fündig: Er hat es gern kuschlig warm und windgeschützt, dazu eignet sich am besten das gute Herbstlaub, welches bereits jetzt zuhauf anzufallen beginnt. Auch an ausgedienten Nagerhäuschen oder alten Weinkisten, die Schutz gegen Wind und Wetter bieten, erfreut sich dieser genügsame Zeitgenosse. Gefährlich können dem Igel hingegen Kellerschächte werden, und auch im Wohnzimmer ist er im Winter schlecht untergebracht. In der Regel schaffen es die kleinen Stacheltiere gut selbst genug Nahrung zu erbeuten. Sollten Sie jedoch einen hungrigen oder gar verletzten Igel in Ihrem Garten auffinden, so bietet spezielles Igeltrockenfutter sowie gekochtes Ei erstmal eine gute Grundlage zum Aufpeppeln und Zufüttern. Aber Achtung: Entgegen der verbreiteten Meinung sollte keinesfalls Milch gegeben werden, denn das könnte dem Igel übel mitspielen. Auch mit Obst und Gemüse ist dem Insektenfresser leider nicht geholfen. Im Zweifel sollte man sich an die nächste Igelstation wenden, die sich mit Expertenwissen dem Wildtier annehmen kann.

Gut eingeigelt kann abgewartet werden, bis die Gefahr verzogen ist.

Wie lebt es sich mit Stacheln?
In der Tat hat das schützende Stachelkleid zahlreiche Nachteile. Es ist nicht nur schwerer zu pflegen als ein Fell, sondern auch Parasiten wie etwa Zecken können sich leicht darin einnisten. Es stellt auch große Ansprüche an die Haut des Igels, die die Stacheln tragen und dehnbar genug sein muss, dass das Tier sich bei Gefahr komplett einrollen kann. Das „Einigeln“ ist ein wertvoller Trumpf gegenüber anderen Raubtieren, die nach kürzester Zeit Reißaus nehmen. Nicht selten fällt dabei die stachelige Igelkugel dem Straßenverkehr zum Opfer. Aber auch ungeahnte Hindernisse am Waldrand oder im heimischen Garten können dem Igel zum Verhängnis werden. So sind beispielsweise Maschendrahtzäune und Gartenteiche ohne Ausstiegsmöglichkeit für kleine Tiere eine bedeutsame Gefahr für den Igel.

Zum Schluss sei noch ein Irrglaube rund um den Igel aufgeklärt: Bei ihrer Geburt stechen Igelbabys ihre Mutter nicht. Wenn sie auf die Welt kommen, haben sie nur ganz kleine, weiche Stacheln, die erst später aushärten.

Schlagwörter: Igel, Säugetier, Wildtier, naturnahes Gärtnern, Insektenfresser, nachtaktiv, Winterschlaf

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