Mit Fritillarien den Frühling im Garten krönen

| Autor: Andrea | Kategorie: Frühling 

Die majestätischen Kaiserkronen kennt fast jeder. Doch die Gattung Fritillaria birgt so manchen Schatz, der sicherlich auch in Ihrem Garten einen festen Platz verdient hat.

Die Gattung Fritillaria mit ihren über 100 Arten umfasst ein weites Spektrum an frühjahrsblühenden Zwiebelpflanzen. Die giftigen Pflanzen zählen zu den Liliengewächsen (Liliaceae) und kommen auf der Nordhalbkugel in gemäßigten Zonen vor. Die bekannteste Vertreterin im Garten dürfte die Kaiserkrone sein. Es lohnt sich jedoch auch einen Blick auf die weniger bekannten Schwestern zu werfen, sodass für jede Gartensituation die passende Pflanze gefunden werden kann.

Die Kaiserkrone – Fritillaria imperialis
Diese optisch auffallende Art stammt ursprünglich aus der Türkei, dem Iran und Afghanistan. Am Ende des etwa 100-125 cm hohen Blütenstiels erscheint im April / Mai ein Kranz aus nach unten geneigten, glockenförmigen Blüten. Der Blütenstiel schließt mit einem Schopf grüner Blätter über dem Blütenkranz ab. Die Sorte 'Rubra Maxima' bringt kräftig orange Blüten, die Sorte 'Maxima Lutea' gelbe Blüten hervor. Die Sorten 'Aureomarginata' und 'Argenteovareogata' sind Besonderheiten im Sortiment mit zweifarbig panaschiertem Laub. Etwas zarter in ihrer Erscheinung und mit 70-100 cm weniger hoch sind die neuen Hybrid-Sorten 'Chopin' (orangerot), 'Beethoven' (orange) und 'Vivaldi'(gelb). Die Zwiebeln riechen unangenehm und werden von Wühlmäusen nicht gefressen. Sie sollten im Herbst ca. 20 cm tief in ein nährstoffreiches, sonniges Beet gesetzt werden.

 

Die Kaiserkrone ‘Aurora‘ ist der Star in einem Frühlingsbeet unter Narzissen und Tulpen

Die Schachbrettblume – Fritillaria meleagris
In Deutschland ist die ca. 30 cm hohe Schachbrettblume, botanisch Fritillaria meleagris, heimisch. Sie ist bedroht und steht unter Naturschutz. Diese Art bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort in einem nährstoff­reichen, tiefgründigen und feuchten Boden. Sie ist deshalb auf sumpfigen Wiesen oder in Teichnähe anzutreffen und verwildert an zusagenden Standorten. Nach der Blüte zieht sie bis zum nächsten Frühjahr ein. Die purpur-weißen Glockenblüten erscheinen im April bis Mai über schmalen graugrünen Blättern und weisen ein schachbrettartiges Muster auf. Die Sorte 'Alba' bringt weiße Blüten hervor.

Die Schachbrettblume kommt in der Natur auf feuchten Wiesen vor

Die Persische Kaiserkrone – Fritillaria persica
Eine im Garten noch wenig verbreitete, doch ebenso beeindruckende Vertreterin aus der Gattung der Fritillarien ist die Persische Kaiserkrone (F. persica). Auffallend sind die im Mai erscheinenden außergewöhnlichen, dunkel pflaumenfarbigen Glockenblüten, die sich am Ende des etwa ein Meter hohen Blütenstiels aneinanderreihen. Der Sortenname 'Adiyaman' weist auf ein natürliches Vorkommen in der Nähe der türkischen Stadt hin. Die seltene Sorte 'Ivory Bells' bringt zunächst hellgrüne Blüten hervor, die im Laufe der Zeit in ein Cremeweiß übergehen. Sie bevorzugt einen gut durchlässigen, sehr warmen und sommertrockenen Boden. Der Laubaustrieb im Frühjahr muss vor Spätfrösten geschützt werden.

Die dunkel pflaumenfarbige ‚‘Adiyaman‘ wird von weißen Narzissen, rosa Tulpen und blauen Veilchen begleitet

Kleinwüchsigere Arten
Unter den Fritillarien gibt es allerdings auch kleinere, etwa 20-30 cm hohe Vertreter, die im Steingarten oder kleinen Rabatten gut zur Geltung kommen. Sie bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf gut drainiertem Boden. Zu dieser Gruppe zählen beispielsweise

  • F. uva-vulpis mit schmalen, hängenden, purpurroten Glockenblüten, die im Zeitraum April / Mai erscheinen. Sie hat ihr natürliches Vorkommen in der Osttürkei, im Nordirak und im Westiran.
  • F. pontica aus Nordgriechenland und der Nordwesttürkei weist grünlich glockenförmigen Blüten mit haselnussbraunen Spitzen auf.
  • die Glockenlilie, botanisch michailovskyi mit breiten, purpurroten Glockenblüten, die eine gelben Rand aufweisen. Sie stammt aus der Nordosttürkei und blüht von April bis Mai.
Fritillaria michailovskyi ist in ihrer Erscheinung zarter als ihre großen Schwestern und eignet sich für Steingärten und naturnahe Pflanzungen

 

Schlagwörter: Kaiserkrone, Fritillaria, Liliengewächse, F. imperialis, F. persica, Schachbrettblume, F. meleagris, Zwiebelblumen

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