Krokusse: Farbtupfer im Frühling!

| Autor: Andrea | Kategorie: Frühling 

Seit einigen Wochen bilden Krokusse im Rasen und in den Beeten die ersten bunten Farbkleckse im Garten und kündigen das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings an. Sie zählen neben Schneeglöcken, Schneeglanz, Märzenbechern, Blausternchen und Puschkinie zu den ersten Blumenzwiebeln, die aus dem Winterschlaf erwachen. 

Verbreitung und Beschreibung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der etwa 80 Krokusarten, die zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) zählen, erstreckt sich vom Orient nach Nordafrika über den Mittelmeerraum nach Europa. Mit ihren etwa haselnussgroßen, flachkugeligen, braun faserigen Knollen überstehen sie Trockenheit in heißen Regionen oder sommerliche, lichtarme Zeiten unter Laubbäumen. Die trichter- oder kelchförmigen Blüten erscheinen meist vor den grasartigen Blättern, die häufig einen deutlichen weißen Streifen in der Blattmitte aufweisen. Hellviolett, lila, weiß und gelb sind vorherrschende Farben während der Blütezeit. Es gibt auch Sorten mit einer feinen Äderung der Blütenblätter oder mit einem mehrfarbigen Farbverlauf. Die Blüten des Krokus öffnen sich am späten Vormittag und schließen sich bereits am Nachmittag wieder, wenn es dunkel und kalt wird.

Frühjahrsblüher
Einer der ersten Vorfrühlingsboten ist der Dalmatiner Krokus (Crocus tomma­sinianus), der ursprünglich auf dem Balkan beheimatet war. Sein zartes Erscheinungsbild wird durch die blass lavendelblauen Blüten unterstrichen. Er blüht bereits ab Februar und eignet sich hervorragend zum Verwildern unter laubabwerfenden Gehölzen. Bekannte Sorten dieser Art sind die violett-weiße 'Ruby Giant' und 'Barr’s Purple', die rosa-weiße 'Roseus' und die weiße 'Albus'.

Crocus tommasinianus zeigt sich als einer der ersten bereits im Februar

Ebenfalls im Februar/März blüht der etwa 8 cm große Gold-Krokus (C. flavus). Die goldgelben, duftenden Blüten ergeben mit dem Dalmatiner Krokus zusammen eine schöne Kombination.

Crocus flavus 'Golden Yellow' blüht bereits vor den benachbarten Tulpen

Der Kleine Krokus (C. chrysanthus) und dessen zahlreichen Sorten verbreiten im Garten oder in Töpfen und Schalen ab März Frühlingsstimmung. Bekannte Sorten sind 'Ard Schenk' (weiß), 'Cream Beauty' (pastelgelb), 'Blue Pearl' (zart hellblau) und 'Romance' (buttergelb).

Crocus chrysanthus 'Cream Beauty' macht seinem Namen alle Ehre! Bild: shutterstock.com / Anna Gratys

Der Frühlings-Krokus (C. vernus) und dessen großblütige Sorten überragen mit einer Höhe von 10-12 cm alle zuvor genannten Krokusse. Die Blüte von 'Flower Record' ist dunkellila und steht im schönen Kontrast zur orangen Narbe. 'Pickwick' hat weiße Blüten mit violetten Streifen. Sie passt sehr gut zur weißen Sorte 'Jeanne d’Arc'.

Der weiße Crocus vernus 'Jeanne d’Arc' bringt die Wiese zum Leuchten

Standort, Verwendung und Pflege
Wichtig für eine erfolgreiche Krokuskultur ist ein gut durchlässiger, leicht humoser Boden. Ideal ist eine sonnige Lage, zumindest solange sie sich in der Vegetationsphase befinden. Bei einer Verwendung im Rasen ist es für die Krokusse überlebenswichtig, dass sie nach der Blüte noch ausreichend Reservestoffe in ihre Knollen einlagern können. Deshalb sollte ein erster Rasenschnitt erst nach Vergilben der Blätter, etwa im Juni erfolgen. Sinnvoll ist es daher im Rasen gewisse Bereiche für den Krokus zu reservieren, die nach Möglichkeit auch nicht so häufig betreten werden. Über die Jahre bilden sich durch Brutknollen immer größere Horste. Flächen unter den Baumkronen laubabwerfender Gehölze bilden einen weiteren idealen Standort. Im Frühjahr ist es darunter noch hell und feucht, im Sommer dunkel und trocken durch den Entzug des Wassers durch die Baumwurzeln. Der Rasen ist in diesen Bereichen nicht überlebensfähig oder sehr lückig, Konkurrenzpflanzen daher eher selten.

Krokusse eignen sich gut zum Verwildern unter laubabwerfenden Gehölzen

Für ein Staudenbeet eignen sich die großblütigen Sorten von C. vernus. Allerdings muss bei der mechanischen Unkrautbekämpfung darauf geachtet werden, dass die Knollen nicht verletzt werden. So willkommen die Krokusse bei Mensch, Hummel und Biene sind, so sind sie leider auch ein Festmahl für Wühlmäuse. Wer diese Plagegeister im Garten hat, sollte Krokusse besser in Töpfe, Schalen und Balkonkästen ansiedeln.

Pflanzzeit
Für frühjahrsblühende Krokusse ist die Pflanzzeit der Herbst. Eine natürlich wirkende Verteilung ergibt sich, wenn die Knollen auf Kniehöhe auf das zu bepflanzende Areal geworfen werden. Sie werden anschließend in ein Pflanzloch, das dreimal so tief wie die Knolle hoch ist, gesetzt. Dies kann punktuell mit einem Unkrautstecher oder flächig unter die abgetragene Grasnarbe erfolgen. 

Über Herbstkrokusse werden wir in einem späteren Beitrag berichten. Dazu zählt beispielsweise Crocus sativus, der Safran-Krokus, aus dessen Staubfäden das Gewürz Safran gewonnen wird.

Schlagwörter: Krokus, Frühblüher, Schwertliliengewächs, Pflanzenportrait 

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